From pain to power: 10 Tipps, gut mit Wehen umzugehen und sie in positive Energie umzuwandeln

 

 

Sie sind gefürchtet wie kaum ein anderer Teil der Geburt: Wehen. Die unbändige Kraft, die dir hilft, dein Kind zur Welt zu bringen. Sie können uns unter sich begraben oder sie tragen uns weiter.
Transformiere deine Wehen in kraftvolle Energie. Gehe gestärkt aus deiner Geburt hervor.

Wie das funktionieren soll?

Das sind meine 10 wichtigsten Tipps für dich:


1: Nimm die Wehe bedingungslos an, ohne dich ihr entgegenzustellen
.

Lasse ihre Kraft durch dich fließen und sie für dich arbeiten. Begrüße die Wehe mit einem innerlichen „Ja“ – nicht nur ein oberflächliches,  dahin gesagtes Ja – spüre das Ja emotional und mit jeder Faser deines Körpers. Du kannst deine Wehen mit Freude begrüßen, anstatt sie zu fürchten.

 

2: Sehe nur diese eine Wehe in diesem Moment.

Du musst dir nicht ausmalen, wieviele Wehen noch kommen oder wieviel diese noch stärker werden. Sehe nicht den ganzen Berg der Geburt, sehe nur den Moment. Und in diesem Moment kommst du mit höchster Wahrscheinlichkeit ziemlich gut klar.

 

3: Verbinde dich mit deinem Baby.

Manchmal kann es passieren, dass man vor lauter Wehenkraft nur noch sich selbst sieht. Doch vergiss nicht, dass nicht nur du an der Geburt beteiligt bist, dein Baby macht sich auf den Weg um geboren zu werden und braucht dazu deine Hilfe. Verbinde dich innerlich mit deinem Kind und leite es in Gedanken durch die Geburt. Arbeitet zusammen, ihr seid ein Team.

 

4: Töne mit den Wehen.

Die riesige Kraft, die dich bei einer Wehe durchströmt, will irgendwie freigesetzt werden. Das kannst du prima durch Tönen erleichtern. Das bedeutet, dass du während deiner Ausatmung einen langanhaltenden Ton formst (wie zum Beispiel ein langgezogenes Ahhhh, oder einem Ton ähnlich dem Brummen eines Bären).
Das musst du nicht einüben, denn wenn du dich nicht dagegenstellt und es dir erlaubst, geschieht dies ganz natürlich. Trotzdem kannst du leichter in dein Tönen finden, wenn du es vorher einige Male ausprobiert hast. Dazu musst du nicht super laut tönen, es reicht, wenn du spürst wie du deine Ausatmung durch das Tönen verlängern kannst und dadurch in eine tiefere Entspannung gerätst.

 

5: Bewege dich mit den Wehen.

Die andere Möglichkeit, die Kraft der Wehe in positive Energie umzuwandeln, besteht in Bewegung. Schaukle oder kreise dein Becken, stehe auf, gehe umher, stütze dich ab, knie dich hin…es gibt so viele Möglichkeiten – du wirst gewiss etwas finden, was dir gut tut.
Hier findest du meine Übersicht über alle möglichen Geburtspositionen.

 

6: Überprüfe deine Motivation.

Es klingt absurd, aber es kommt vor: Vielleicht bist du unbewusst der Überzeugung, dass du eine arme Frau bist, der dieses Leiden der Geburt aufertragen wurde und nun soll aber dein Partner auch sehen, wie sehr du zu leiden hast und welche Qualen diese Geburt mit sich bringt? Ein verflixter Teufelskreis mit einer unaufhaltbaren Abwärtsspirale die deinen Schmerz verschlimmert und die Geburt hinauszögert.

 

7: Visualisiere wie du dich öffnest.

Stelle dir während der Wehen vor, wie sich dein Geburtsweg ganz leicht und weich öffnet. Du bist butterweich. Du hast viel Platz. Das ist dein Mantra. Sage es dir nicht nur, sehe es vor deinem inneren Auge!

 

8: Reize fernhalten.

Die fein abgestimmte Hormonausschüttung während der Geburt kann leicht durch äußerliche Reize unseren „Denker“ – die Großhirnrinde gestört werden und damit unser instinktives Verhalten während der Geburt behindern. Um ganz in deinen eigenen Raum abtauchen zu können, helfen zum Beispiel: eine intime und reizarme Umgebung, Wasser (ein Entspannungsbad in der Wanne oder unter der plätschernden Dusche zu stehen), keine grelle Beleuchtung, keine/wenig rationale Fragen, Düfte.

 

9: Es gibt nur dein Baby und dich

– jedenfalls in diesem Moment.
Die Wehen erfordern deine volle Konzentration und dein ganzes Da-sein, 100% und in jeder Sekunde, gedanklich und körperlich. Lass dich nicht aus dieser Blase holen und mit Unwichtigkeiten ablenken. Das bringt dich total aus dem Rhythmus und verstärkt damit wiederum Schmerzen.

 

10: Scanne kurz deinen Körper von oben nach unten ab.

Super für Wehenpausen oder wenn die Wehen noch nicht deine volle Konzentration einfordern:
Dein Gesicht ist entspannt, deine Stirn ist entspannt, dein Mund ist entspannt, deine Kehle ist entspannt, deine Schultern sind entspannt, dein unterer Rücken ist entspannt, dein Becken ist entspannt, dein Geburtsweg ist entspannt.
Wenn du irgendwo eine Anspannung merkst – l a s s e   s i e   l o s

 

 

 

Deine Erfahrungen?

Was hat dir geholfen, gut durch die Wehen zu kommen? Hast du etwas von den oben genannten Punkten erfolgreich ausprobiert, oder bist damit aus irgendeinem Grund nicht zurecht gekommen?
Hast du vielleicht etwas ganz anderes gemacht und würdest das gerne weiterempfehlen?

 

 

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