Dein Baby und Du: eine wunderbare Einheit

Bereits ab dem Moment der Empfängnis beginnt eine einmalige Bindung zwischen deinem sich entwickelnden Baby und dir. Mit deinem Körper gibst du deinem Kind ein Zuhause und ermöglichst seine Entwicklung.

Von deiner Gebärmutterschleimhaut wird das befruchtete Ei aufgenommen, nistet sich dort ein und wird so zu einem Teil deines Körpers. Doch bereits im Moment der ersten Zellteilung ist auch die Einzigartigkeit deines Babys festgelegt. Ohne dich kann sich nicht das individuelle Wesen deines Kindes entwickeln.

Das geheimnisvolle Wunder der Mutter-Kind-Einheit -in der Schwangerschaft und weit darüber hinaus- liegt darin, dass dein Baby ein Teil von dir ist und gleichzeitig eine eigenständige Person.
Ihr seid wie ein Körper und doch hat jeder seine eigene Individualität.

 

Mithilfe der Schwangerschaftshormone wird der Bindungsprozess unterstützt.

Gegen Ende der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt stimmen sich sogar die biologischen Funktionen von deinem Baby und dir aufeinander ab.

  • deine Sinne sind schärfer und deine Sinneswahrnehmung erweitert
  • die REM- und Tiefschlafphasen  stimmen sich aufeinander ab
  • die Hirnströme von deinem Baby und dir werden einander ähnlich (Alpha- und Thetawellen)
  • deine Körpertemperatur passt sich den Bedürfnissen deines Babys an und kann im Bereich der Brust bis zu zwei Grad steigen oder sinken.

 

Auch nach der Geburt fühlst sich dein Baby bei dir am wohlsten. Es empfindet dich immer noch als Teil seiner selbst. Du riechst vertraut, spendest Wärme, Geborgenheit und Nahrung.

 

Die Beziehung zu deinem Kind sollte nach der Geburt nicht gestört werden. Folgende Maßnahmen können dir helfen: 

  • Anhaltender und direkter Hautkontakt nach der Geburt. Sofern es keine dringende medizinische Indikation gibt, die diesen nicht ermöglicht.
    Auch die Erstuntersuchung kann auf Mamas Bauch stattfinden und Wiegen, Waschen und Anziehen haben noch Zeit.
  • Anlegen deines Babys an die Brust.
  • Nehme dir viel Zeit beim Betrachten deines Babys und mit Kuscheln.
  • Beobachte seine Geräusche und Mimik.
  • Eine aus medizinisch nicht unbedingt notwendigen Gründen bedingte Trennung von deinem Kind sollte vermieden werden.
  • Auch der Papa kann Verantwortung bei der Versorgung und Pflege des Babys übernehmen und die Bindung durch Körperkontakt und gemeinsame Zeit intensivieren.
  • Das Tragen im Tragetuch oder einer anderen Tragehilfe kann das Bonding zusätzlich unterstützen.

 

Bonding bei Kaiserschnitt:

Ein geplanter oder notfallmäßig durchgeführter Kaiserschnitt kann sich negativ auf das Bonding und den direkten Hautkontakt auswirken. Manchmal gibt es medizinische Gründe, die ein direktes Bonding nicht zulassen. Für alle anderen Fälle aber können auch bei einem Kaiserschnitt die Rahmenbedingungen für ein gelungenes Bonding geschaffen werden.
So kann zum Beispiel ermöglicht werden, dass dein gesundes und fittes Neugeborenes direkt auf deinen Oberkörper gelegt werden kann. Auch wenn es im Operationssaal kühl ist, wirkt dein Oberkörper wie ein Wärmebett. Zusätzlich kann dein Baby mit einem Tuch zugedeckt werden. Dein Baby kann dich so spüren, riechen und kennenlernen. Auch das Stillverhalten wird durch diesen frühen Kontakt positiv geprägt.
Aber auch der Papa oder eine andere Person deines Vertrauens kann den ersten Hautkontakt mit deinem Baby übernehmen, wenn dies für dich aus irgendeinem Grund nicht möglich ist.

 

Wenn es nicht geklappt hat mit dem sofortigen Bonding…

Falls das Bonding in den ersten Lebensstunden nicht erfolgen konnte, ist es trotzdem möglich, das Bonding auch nach dieser sensiblen Phase zu fördern. Die Beziehung zu deinem Kind hat ihren Höhepunkt zwar gewissermaßen im ersten Zeitpunkt nach der Geburt, aber es ist nicht nur dieser eine Zeitpunkt der zählt. Die gesamte Schwangerschaft und die Monate nach der Geburt tragen dazu bei. Auch nach der Geburt könnt ihr das Bonding mit Zeit und Hingabe nachholen. Zum Beispiel mithilfe von einem Bondingbad.

 

Die intensive Mutter-Kind-Symbiose dauert noch mindestens 6 weitere Monate an. Sie bedeutet Sicherheit. Denn durch eine intakte Einheit kann dein Baby leichter Beziehungen eingehen, seine sozialen Fähigkeiten und seine Individualität ausbilden.

 

 

Bildquelle: Marina Koloeridi

 

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