Geburtsbericht

Geburtsbericht: die etwas andere Wassergeburt

In diesem Geburtsbericht erzählt Jasmin von der schnellen Wassergeburt ihrer zweiten Tochter. Die süße Maus kommt regelrecht herausgeschossen, wobei die Nabelschnur reißt – was sehr selten vorkommt. Doch durch das schnelle Handeln ihrer Hebamme war die Situation schnell wieder im Griff!

 

Dies ist der Geburtsbericht zu meiner zweiten Schwangerschaft.
Zum 1. Geburtstag meiner ersten Tochter kündigte sich mein zweites Kindchen an. Diesmal wieder ein Mädchen.
Diese Schwangerschaft war so ganz anders als meine erste, auch heute noch sind meine beiden
Töchter sehr unterschiedlich, was wieder sehr zu den Geburten passt.

In dieser Schwangerschaft hatte ich zu Beginn lange eine sehr starke Übelkeit, fast bis zum 5. Monat, was mir sehr zu schaffen machte. Ich hatte schon zwei Wochen vor der eigentlichen Geburt immer wieder Wehen bei denen ich dachte es gehe jederzeit los. So war ich zweimal im Krankenhaus und beides mal war es Fehlalarm und ich ging wieder nach Hause.
Ich muss sagen die Hebammen wollten mich gerne dabehalten, doch ich hatte zu große Sorge, dass ich dann zu Dingen überredet werde die ich nicht möchte, also entschied ich wieder heim zu fahren als es nicht weiterging.
Der Muttermund ließ sich mittlerweile auf 4-5 cm dehnen und war sehr weich, dennoch passierte erst
mal nichts.

Als ich dann schließlich 7 Tage über dem errechneten Termin war meinte die Hebamme,
wenn es am darauf folgenden Tag nicht los gehe dann müsste so langsam eingeleitet werden (Wehentropf).
Das wollte ich nicht, ich wollte meinem Kind die Zeit geben die es brauchte und so sprach ich mit meinem Würmchen im Bauch ein ernstes Wort und bat inständig darum, dass es doch in der Nacht losgehen solle.

Als es um 23 Uhr immer noch nicht los ging und es auch keine Anzeichen gab, dass dem bald so wäre, war ich so fertig das ich zu meinem Mann sagte das ich glaube das Baby komme überhaupt nicht mehr. Ich weinte vor lauter Hormonschwankungen und entschied ins Bett zu gehen.

Plötzlich, mitten in der Nacht um 2:44 Uhr wachte ich auf, weil ich eine riesen Welle durch meinen Körper spürte von den Zehen bis zu den Haarspitzen.
Ab diesem Moment wusste ich, jetzt geht es los!

Ich gab meinem Mann Bescheid, dieser zog unsere Kleine an (sie war damals noch keine zwei Jahre
alt und wir hatten niemand dem wir sie bringen konnten), packte das Reisebettchen und brachte
alles ins Auto. Ich zog mich unter regelmäßigen 3 minütigen Wehen an und wir fuhren los.
Die Wehen wurden im Auto immer heftiger so, dass wir auf dem „Schwangere zur Entbindung“ Parkplatz direkt vor dem Krankenhaus parkten. Mein Mann musste alles alleine schleppen, meine Tasche, die Wickeltasche, die Kleine und das Reisebettchen, da ich auf Grund der starken Wehen nicht in der Lage war, irgendetwas zu tragen.
Wir fuhren also mit dem Aufzug zum Kreissaal und die Hebamme staunte nicht schlecht, als wir so vor der Kreissaaltüre standen.
Ich sagte gleich, dass ich eine Wassergeburt möchte.

Wir erklärten der Hebamme, dass wir für unsere Kleine niemanden haben. Dadurch, dass an
diesem Abend nicht viel los war im Kreissaal konnte mein Mann das Reisebettchen im Wehenzimmer
aufstellen.

Während ich ans CTG angeschlossen wurde, lag meine Kleine noch neben mir. Ich jammerte immer wieder, aber erklärte ihr in den Wehenpausen ruhig und voller Vorfreude, dass nun ihr Schwesterchen kommen wird.

Als das Reisebettchen aufgebaut war legte mein Mann unsere Kleine zum Schlafen
hin. Sie schlief sehr schnell ein und ich durfte, nach dem um 3:44 Uhr das CTG fertig war, direkt in die
Gebärwanne gehen.
Zwischen den Wehen trank ich etwas und nahm so ein zwei bissen von einem Brot. Wirklich hungrig war ich nicht. Das Licht im Badezimmer war gedimmt und es lief ruhige Musik.

Ich fühlte mich wohl in der Wanne da ich mich mühelos im Wasser bewegen konnte. Über der Badewanne hing ein Tuch, an diesem konnte ich mich festhalten, wenn eine Wehe kam, das war sehr angenehm.

Ich wollte auch diesmal keine Schmerzmittel und auch hier hielt sich die Hebamme an
meinen Wunsch, ich wurde zu nichts gedrängt. Mein Mann saß dieses Mal auch die ganze Zeit hinter
mir.
Als die Fruchtblase trotz Presswehen nicht platze musste diese geöffnet werden.

Jetzt ging alles sehr schnell, ich presste und ziemlich schnell spürte ich schon das Köpfchen, mit voller Kraft presste ich ein letztes Mal, da schoss meine Kleinste in die Badewanne. 

Das Wasser in der Wanne verfärbte sich blitzschnell rot. Meine Kleine wurde mit auf die Brust gelegt und schlief weiter als wäre nichts gewesen. Ich sah nur, wie die Hebamme bei meiner Kleinsten die Nabelschnur hielt die zum Bauchnabel führte und ebenso die Nabelschnur die zu mir führte. Sie war gerissen bei der Geburt. So etwas kommt nur sehr selten vor, jeder der schon mal eine Nabelschnur durchtrennt hat weiß wie fest diese ist.

Aus diesem Grund aber hatte sich das Wasser rot gefärbt. Durch das schnelle Reagieren der Hebamme aber war das kein Drama, sie wusste sofort, was zu tun war. Sie wurde sofort abgeklemmt an beiden Seiten.

Der Papa allerdings konnte die Nabelschnur dieses Mal nicht durchtrennen, unsere Kleinste hat das direkt selbst erledigt.

Genauso einen selbstbewussten Charakter hat unsere Zweite heute auch.
Meine ersten Worte zu ihr waren: „Hallo Anna!“. Ich war einfach glückselig, nachdem wir so lange
auf sie gewartet haben.

Anna kam nach 3 Std. Geburt um 5:41 Uhr mit 51 cm und 3350g auf die Welt,
8 Tage nach dem errechneten Geburtstermin, aber 100 Prozent zu dem Termin, der für sie der
richtige war.
Ich würde es immer wieder so tun.

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