Schwanger nach Fehlgeburt: Zwischen Hoffen und Bangen

Wann ist der beste Zeitpunkt nach einer Fehlgeburt wieder schwanger zu werden?

Nach einer Fehlgeburt wurde früher den Frauen oft empfohlen, 3 oder gar 6 Monate bis zu einer erneuten Schwangerschaft abzuwarten. Diese Annahme ist jedoch veraltet und aus dieser generellen Empfehlung können keine Vorteile gezogen werden.
Ebenso kein Anlass besteht aber darin, nun zu empfehlen „möglichst schnell“ wieder schwanger zu werden.
Du als betroffene Frau wirst am besten spüren, wann du wieder bereit bist für eine neue Schwangerschaft. Körperlich und seelisch. Wenn es sich gut anfühlt, ist es dann auch der individuell richtige Zeitpunkt, es wieder zu versuchen.
Es kann sowohl nach einer natürlichen Fehlgeburt sowie einer Ausschabung einige Zeit dauern, bis sich wieder ein regelmäßiger Zyklus einstellt. Ebenso kommt es vor, dass Eisprung und Periode schon zum gewohnten Zeitpunkt wieder eintreten.
Eine Ausnahme für die Empfehlung einer „Wartefrist“ können Komplikationen sein, wenn zum Beispiel die Gebärmutter bei einer Ausschabung verletzt wurde.

 

Wie sieht es aus mit dem Risiko einer erneuten Fehlgeburt?

Nach so einer traurigen Erfahrung wie einer Fehlgeburt ist es ganz klar, dass du dieses Erlebnis nicht wiederholen möchtest. Du fragst dich deshalb, wie hoch nun dein Risiko einer erneuten Fehlgeburt ist.
Eine Fehlgeburt ist ein relativ häufiges Ereignis, dessen Gründe uns meistens unbekannt bleiben.
Jede (Früh-)Schwangerschaft ist auch von einer gewissen Unsicherheit geprägt. Die Kinderwunschseite der Uni Bonn gibt an, dass das Fehlgeburtsrisiko nach einer vorangegangenen Fehlgeburt um 3-8% erhöht ist. Im Prinzip bietet dir dieses Wissen auch nicht mehr Sicherheit, da ein statistisches Risiko für deinen individuellen Fall keine Aussagekraft liefern kann. Es lässt sich nicht vorhersehen oder beeinflussen, wie die erneute Schwangerschaft ausgehen wird. Diese Unsicherheit ist nicht leicht auszuhalten. Wie du es trotzdem schaffst besser damit umzugehen, erfährst du weiter unten.
Wenn du bereits mehrere Fehlgeburten in Folge erleben musstest, liegen manchmal bestimmte körperliche Ursachen vor. Dazu kannst du dich näher von deinem Frauenarzt oder einem Kinderwunschzentrum beraten und untersuchen lassen.

 

4 Möglichkeiten, mit den Ängsten vor einer erneuten Fehlgeburt umzugehen

Bist du nach einer Fehlgeburt erneut schwanger, wird die Freude über die Schwangerschaft oft von Ängsten und Sorgen über den weiteren Verlauf überschattet. Durch den vorausgegangenen Verlust ist dir schmerzlich bewusst, dass es keine Garantie für eine intakte Schwangerschaft geben kann und wir weniger beeinflussen können, wie wir es gerne hätten.

  1. Versuche dir bewusst zu machen, dass dies eine neue Schwangerschaft ist. Mit einem neuen Baby, und zu einer neuen Zeit. Und es keinen Zusammenhang zu dem vorherigen Verlauf gibt.
  2. Versuche Tag für Tag Vertrauen wachsen zu lassen, in diese neue Schwangerschaft. Auch wenn dein erster Impuls vielleicht eher darin besteht, so wenig Kontakt wie möglich mit deinem Baby aufzubauen, um vor einer eventuellen erneuten Enttäuschung besser geschützt zu sein. Finde heraus was dir gut tut und was dich in deiner Kraft unterstützt.
  3. Alles was dir dabei hilft, in Kontakt mit deinem Inneren und deinem Baby zu sein, ist gut.  Das kann zum Beispiel in Form von Spaziergängen in der Natur, Meditation, kreativer Betätigung (Malen, Tanzen, Musizieren, Schreiben…), Körpereinreibungen mit deinem Lieblings-Öl oder auch etwas ganz anderes sein.
  4. Auch der offene Austausch mit anderen betroffenen Frauen kann helfen, diese herausfordernde Phase zu meistern. Allein das Wissen, dass man in dieser Situation nicht alleine ist, kann eine Erleichterung sein.

 

Ängste und Sorgen dürfen da sein, aber letztenendes geht es darum, dass sie nicht übermächtig werden und dich lähmen.
Vergiss nicht, dass dich auch von Anfang an eine Hebamme begleiten kann!

 

 

Was hat dir geholfen, in der Folgeschwangerschaft mit deinen Ängsten umzugehen und diese Zeit gut durchzustehen? Hattest du ein Ritual oder eine Kraftquelle für dich entdeckt?
Teile deine Erfahrungen gerne mit anderen Frauen in der Kommentarfunktion.

 

 

 

Kommentare

  1. Mimi

    Ich bin zu Tränen gerührt von diesen vielen Geschichten, Danke!
    Ich selbst kann auf Grund einer vererblichen Erkrankung meines Mannes nur durch künstliche Befruchtung schwanger werden. Im August 2014 hat es im ersten Versuch geklappt und unser Sohn ist 2.5 Jahre alt.
    Seit Juli 2017 hatte ich 5 Befruchtungen, von denen drei in Schwangerschaften mündeten. Die erste endete in der 8. Woche, nachdem wir den Herzschlag gesehen hatte und uns emotional komplett auf das neue Leben eingestellt haben. Ein sehr tiefe Fall. Die zweite endete ebenfalls in der 8. Woche, kein Herzschlag. Ich war diesmal distanzierter, auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist.
    Gerad bin ich in der 5. Woche und weiß noch nicht wie ich die nächsten Wochen und Monate überstehen soll. Wie viel Freude kann ich mir erlauben, wie tief würde ich im Fall der Fälle fallen und wie woher würde ich die Kraft nehmen weiter zu machen?
    Ich habe mich zumindest schon entschieden, nicht jede Woche zum bluttest zu gehen wie vom Kinderwunsch Zentrum angedacht, da die Ergebnisse auch keine Sicherheit geben können – auch bei der missed abortion stieg der hCG wert gut weiter.
    Es ist ein Karussell der Gefühle. Und es tut einfach sich mal gut ganz anonym Luft zu machen! Danke.

    1. Olivia

      Liebe Mimi,
      Ich finde du bist sehr stark so wie du das bisher gemeistert hast und ich wünsche dir alles Liebe und Gute für diese Schwangerschaft ❤️

  2. Caroline

    Hallo ihr Lieben,

    all diese Geschichten zu lesen macht mir sehr viel Mut! Obwohl ich bei jeder einzelnen Tränen in den Augen habe.
    Ich habe im Januar eine Fehlgeburt in der 10. Woche gehabt. Medizinisch verlief die Ausschabung ohne Probleme leider waren die Ärzte und Schwestern wenig gefühlvoll.
    Da das Krankenhaus voll war, bin ich auf der Geburtenstation gewesen und dass mit einer frisch gebackenen Mami auf dem Zimmer. Das ist mir unheimlich schwer gefallen. Ich war nur froh das man nicht über Nacht bleiben muss und ich Nachmittags wieder gehen konnte.
    Auf meine Frage ob ich nicht wo anders warten könnte sagte mir die Schwester nur das dass „Material“ ja raus muss und ich jetzt bitte einfach warten möchte.
    Ich habe den ganzen Tag nur geweint und konnte nicht glauben wie sie über mein Baby reden. Es war einfach furchtbar. Mein Mann und ich wollten nächstes Jahr eigentlich erst wieder einen Versuch starten weil mich das ganze doch sehr belastet hat. Nun hat es ganz unverhofft geklappt und ich bin noch ganz frisch in der 5. Ss Woche.
    Aber ich habe so große Angst und weiß gar nicht wie ich damit umgehen soll. Ich möchte mich so gerne freuen.
    Man kann leider einfach nichts tun und fühlt sich so hilflos. Jetzt muss ich einfach Geduld haben und positiv in die Zukunft blicken und hoffen das dieses mal alles gut wird!

    Ich wünschen euch allen alles alles Gute und Liebe!!
    Caro

    1. Mandy

      Liebe Caro,
      als ich eben deine Zeilen gelesen habe, sah ich mich vor der Narkoseärztin im Oktober sitzen. Eine hochschwangere junge Frau, welche mir erklärte, wie die Ausschabung ablaufen wird. Ich kann deine Gefühle, deine Wut und deine Hilflosigkeit sehr gut nachvollziehen. In solchen Momenten möchte man einfach nur davonlaufen und schreien und man fragt sich, was man eigentlich getan hat, um in eben diese beschriebene Situation zu kommen. Was mir in den letzten Wochn sehr geholfen hat ist, zum einen nicht den Mut zu verlieren und sich zum anderen immer sagen, dass Niemand etwas für diese (deine/ meine) Situation kann – auch du nicht! Dass das Klinikspersonal in einer solchen unsensiblen Art mit dir umgeht, ist selbstverständlich nicht zu entschuldigen. Ich denke dennoch, dass auch diese Leute es nicht böse meinen. Ich sehe es so, dass solche Ereignisse (leider auch) zu deren Alltag gehören – sie wahrscheinlich den Blick auf das Wesentliche ab und an verlieren. Die Gründe mögen Verschiedene sein. Aber sei du dir bitte keiner Schuld bewusst und suche den Grund in deren Verhalten nicht bei dir.
      Mein Mann und ich waren gestern bei der Befundsbesprechung (siehe meinen Beitrag weiter unten). Wir haben nach 60 Minuten völlig glücklich die Klinik verlassen. Der Professor selbst konnte leider noch nicht den gesamten Befund einsehen, vermutet bei mir jedoch, dass etwas mit der Versorgung der Gebärmutter und Baby nicht funktioniert. Wir unterhielten uns sehr lange über die „gut gelaufenen“ Schwangerschaften und selbst da stellte er bereits Gemeinsamkeiten fest (beide Kinder kamen etwa 4 Wochen zu früh zur Welt, unser Milo (Sternchen in der 23.ssw) war zwar gesund, aber auch hier waren es Blutungen, welche zu Komplikationen führten). Und zuletzt wieder der Übergang in der 9. Ssw, in welcher sich der Dottersack zurück bildet und die Versorgung durch „mich“ erfolgt. Den Befund der Blutanalyse erhalten wir im Januar. Der Professor machte uns Mut und meinte, dass sich der Körper und auch die Gebärmutter sehr schnell erholen würden und dass er bei uns keinen Grund sieht, es nicht noch einmal zu probieren. Das war für uns das Schönste, was er sagen konnte.
      Liebe Caro, ich wünsche dir alles erdenklich Gute und hoffe so sehr für dich und deinen Partner, dass sich euer Krümel diesmal wohlversorgt festgebissen hat. Deine Angst kann dir niemand nehmen. Ich denke aber, du findest einen Weg, um damit umzugehen. Sie sollte dich nicht dominieren. Auch wir haben gelernt, mit dem Verlust unseres Sternchens umzugehen. Die Trauer hat einen Platz in unserem Leben gefunden.

      Fühl dich gedrückt, Mandy.

      1. Caroline

        Liebe Mandy,

        vielen vielen Dank für deine tolle Antwort! Aber ja du hast recht, dass ist deren Alltag und wenn ich versuche das so zu sehen bin ich nicht mehr so wütend darüber. Damals wurde ich einfach leider gar nicht von meiner FÄ aufgeklärt. Sie gab mir direkt den Überweisungsschein mit. Hätte ich damals gewusst das ich das auch hätte abwarten können und das auch über einen natürlichen Weg funktioniert hätte dann hätte ich das gar nicht getan. Oh… viele „hätte“… 🙂
        Nun versuche ich aber mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren und mich zu freuen. Übermorgen habe ich den nächsten FA Termin und bin schon extrem aufgeregt. Ich bete das alles gut ist aber mich werden 1 Millionen Ängste am Freitag auf dem Weg dorthin begleiten. Ich möchte einfach nur den Herzschlag sehen.
        Und in diesem Sinne wünsche ich auch dir Mandy (und allen anderen natürlich auch) das alles gut wird und ihr euch euren Wunsch über ein drittes Kind erfüllen könnt! Es freut mich zu lesen das ihr aus diesem ersten Gespräch voll guter Hoffnung rausgehen konntet!
        Ich drücke ganz fest die Daumen!

        Liebe Grüße
        Caro

  3. Gerti

    Hallo ihr lieben,

    Ich habe bereits eine 1 1/2 Jahre alte Tochter und nun ist der Wunsch gestiegen schwanger zu werden. Letzte Woche hatte ich beim Test ein positives Ergebnis mit Gefühlen von Freude und Vorsicht. Nun sitze ich mit einer Freundin auf einem Wellness-Wochenende und ich hab starkes Bauchziehen mit mittlerweile starken Blutungen bekommen. Ich gehe natürlich von einem frühzeitigen Ende aus und frage mich schon – was hab ich falsch gemacht dass sich das Baby in mir nicht entwickeln wollte oder konnte?
    Aber ich möchte jetzt diese Auszeit nutzen um mich vom Baby zu verabschieden und um mich bereit für ein neues Baby zu machen. Der Wunsch eines Kindes ist im Moment aufgrund dieser Situation grad noch stärker geworden und der Artikel war gut um zu sehen und auch Erfahrungsberichte zu lesen, das nach so einem Abgang auch bald wieder etwas Neues entstehen kann und es führt mir immer mehr vor Augen was es für ein wunder ist ein gesundes Kind auf die Welt zu bekommen und sich dies immer vor Augen zu halten. Aber ich möchte auch dankbar sein für das Kind das ich nun 6 Wochen in meinem Bauch hatte. Und dankbar dafür das alles seinen Grund hat. Ich schreibe dies unter Tränen, aber ich möchte das Positive aus dieser Situation sehen und dadurch meinen Körper bereit für ein „drittes Kind“ zu machen. Danke für den Artikel und auch für die Erfahrungsberichte die ich hier seit gestern Abend unter ständigem Bauchziehen lese um mich zu bestärken und auch um mich auf das vorzubereiten was noch kommt.

  4. Chantal Sophie

    Hey,
    Ich lese hier so viele wunderbare Geschichten, von Optimismus aber auch Trauer.
    Wie ihr auch habe ich in der 9ssw unser Baby Lennox verloren. Ich habe damals die Pille abgesetzt und bin im 2 Monat schwanger geworden. Es war das Glück auf Erden. Ich habe meinem Baby Musik vorgespielt, den Bauch gestreichelt, extra auf gesunde Ernährung geachtet. OK, ich brauchte meine Portion Chips, sonst wäre ich unausstehlich geworden. Regelmäßig schaute ich in Zeitschriften oder im Netz nach der Entwicklung. Im Tagebuch schrieb ich, dass sich wahrscheinlich grad die Hände o.ä. entwickeln. Es fühlte sich alles gut an. Aber irgendwie hatte ich das dumpfe Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte Angst und mein Partner kam zur nächsten Kontrolle mit. Ich saß da und schaute auf dem Bildschirm. Nichts. Ich schaute die Ärztin an. Sie wurde nervös. Ich sagte laut, da ist nichts. Mein Freund hatte Schweiß auf der Stirn. Dann nur ein Kopfschütteln und es tut mir leid. Ich habe mich dann bewusst für eine Ausschabung entschieden. Das Krankenhaus war toll. Alle Ärzte und Krankenschwestern haben ihr bestes gegeben. Auch wenn ich lange auf die OP warten musste, wegen Notfällen. Ich lag da und habe alles für unser Sternenkind getan. Wir haben es Lennox genannt. Ich habe eine Erinnerungskiste gemacht. Der Schwangerschaftstest, das erste Foto, das erste Kuscheltier, womit ich immer auf dem Sofa saß, das Tagebuch und das Krankenhausbändchen.

    Ich werde nicht aufgeben. Ich fasse neuen Mut. Unser Lennox bleibt immer ein Teil von uns. Ich habe es unter meinem Herzen getragen.

    Ich wünsche allen Frauen ganz viel Kraft und Mut nicht aufzugeben. Ihr seid toll.

    1. Olivia

      Liebe Chantal,

      es tut mir sehr leid für dich, dass euer Lennox so früh gegangen ist – in eurem Herz wird er immer bei euch sein.
      Das finde ich sehr schön, dass du so eine liebevolle Erinnerungskiste gemacht hast, das ist wirklich sehr wertvoll.

      Vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte.
      Es freut mich so zu lesen, dass du den Mut nicht aufgibst und auch dir wünsche ich ganz viel Kraft und alles Liebe auf deinem weiteren Weg.

  5. Steffi

    Hallo,
    Ich habe bereits drei wundervolle Kinder (13,12,7 jahre) und wir wünschen uns ein viertes Kind. Seit März haben wir dann nicht mehr verhütet, im Mai hatte es direkt geklappt. Wir waren sooooooo happy! Leider hatte ich dann einen natürlichen Abgang in der 9.ssw. Ich war unsagbar traurig.
    Mein Mann natürlich auch. Wir hielten keine Pause ein sondern versuchten es normal weiter.
    Im August hatte es dann wieder geklappt, ich hatte null damit gerechnet und auch überhaupt nicht darüber nachgedacht zu testen nachdem ich bereits 14 tage überfällig war. Ss Anzeichen ignorierte ich konsequent bzw wenn ich etwas wahr nahm hab ich mich selbst sofort von dem Gedanken möglicherweise schwanger zu sein direkt weg gelenkt. Ich wollte mich nicht in eine Hoffnung reinsteigern um dann enttäuscht zu werden.
    Nun, ich testete an tag 15 überfälliger periode und war positiv. Ich hab so gezittert und war so ergriffen. Und ich hatte das Gefühl „dieses mal ist es richtig, dieses mal geht alles gut“
    Natürlich hatte ich trotzdem hier und da leichte angst und sorge, aber ich versuchte sie weit weg zu schieben und positiv zu denken.
    Dann die Riesen überraschung: Zwillinge! Wir waren völlig aus dem Häuschen!
    Leider fand man dann in der 12. Ssw keinen Herzschlag mehr. Bei beiden Babys nicht.
    Es war ein echt harter schlag. Wir entschieden uns dazu die ss Zuhause „zu ende zu bringen“ also keine Ausschabung.
    Psychisch war das zwar auch hart aber sehr hilfreich für Prozess des Begreifens und des Abschieds.
    Ich war echt lange durch den Wind danach und mir kamen willkürlich die Tränen….
    Wir wollen es weiter versuchen, verhüten nicht. Hielten aber bisher noch körper-schon-pause ein. War nun auch für meine Psyche wichtig. Nun fühlen wir uns wieder bereit und starten ans Projekt Baby nr4 im neuen zyklus.
    Lg

    1. Olivia

      Hallo Steffi,
      Vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte. Dass ist unvorstellbar schwer auszuhalten, dass du deine Zwillinge in der 12. SSW wieder gehen lassen musstest. Und sehr ungewöhnlich, eine natürliche Fehlgeburt mit Zwillingen in dieser SSW zu Hause zu haben. Darf ich fragen, ob du Unterstützung bei dieser Entscheidung erfahren hast und zu Hause begleitet wurdest (ärztlicherseits oder durch eine Hebamme)?

      Es freut mich sehr zu hören, dass du dich nun wieder zuversichtlich fühlen kannst und einen neuen Versuch startest – dafür wünsche ich dir von Herzenalles Gute!

      LG Olivia

  6. Sabine Peters

    Ich hatte am Donnerstag in der 10 ssw die Diagnose Missed Abort bekommen. Total überraschend und ohne jeglichen Anzeichen.
    Gestern war dann die Ausschabung im Krankenhaus. Irgendwie möchte ich eikne ursache dafür haben. Mir fällt es so schwer es als „Schicksal“ anzusehen. Ich hatte schon direkt zu Beginn der Schwangerschaft ständig Angst vor einem Missed Abort, diese Angst legte sich erst kurz bevor es tatsächlich dazu kam. Momentan kann ich mir nir schwer vorstellen aus diesem Tief wieder raus zu kommen, auch wenn ich bereit ein Kind habe, wünschten wir uns doch so sehr dieses 2..
    Ist es wirklich so, dass man nach einer Fehlgeburt sehr viel schneller bzw.leichter wieder schwanger wird und auch besser die vorherige Ss verarbeiten kann?
    Kann ich auch nach einer Fehlgeburt schon Ursachenforschung vom Arzt veranlassen? Die Ärztin im Krankenhaus meinte, dass mache man erst nach mehreren Fehlgeburten.
    Lg

    1. Olivia

      Hallo Sabine,
      Es tut mir sehr leid für dich mit deiner Fehlgeburt.
      Ja, es braucht Zeit das Erlebte zu verarbeiten und am Anfang kann man sich nicht vorstellen, dass es jemals wieder besser wird. Aber kümmere dich gut um dich und gib deinen Gefühlen Raum, da zu sein. Dann können sie sich auflösen und für neues Platz machen, zu gegebener Zeit, in deinem eigenen Rhythmus.
      Man kann eigentlich nicht sagen, dass man nach einer Fehlgeburt schneller oder leichter schwanger wird als ohne. Bei einer Ausschabung wird ja die Gebärmutterschleimhaut auch abgetragen und ein Vorteil für eine weitere Schwangerschaft ist das dann nicht. Aber es gibt keine feste Wartefrist und manche Frauen werden durchaus auch nach einer Fehlgeburt schnell wieder schwanger. Dann ist der Körper auch wieder bereit dazu.
      Richte es ganz nach deinem eigenen Gefühl, wann du wieder bereit bist es erneut zu versuchen. Du spürst es selbst am Besten.
      Eine Ursachenforschung würde man tatsächlich nicht machen nach einer Fehlgeburt, eben weil es in der frühen Schwangerschaft so häufig vorkommt und in den seltensten Fällen behandlungsbedürftige Ursachen dahinterstehen.

      Ich wünsche dir, dass du das Erlebte gut verarbeiten und es dieses schwere und belastende Gefühl bald wieder los sein kannst.

      Alles Liebe

      1. Mandy

        Hallo an all diejenigen,
        welche solche schlimmen Erfahrungen machen mussten. Ich habe in vielen Foren Geschichten zum Thema „Fehlgeburt“ gelesen. Nun habe ich mich dazu entschlossen, auch meine Geschichte zu schreiben. Mein Mann und ich wünschen uns auch seit über einem Jahr ein weiteres Kind. Nachdem der Entschluss stand, wurden wir recht schnell schwanger. Im Oktober letzten Jahres dann die Diagnose „Blasenmole“. Es hat uns sehr getroffen. Man rechnet ja nicht damit, wo man doch bereits zwei gesunde Kinder hat. Wir gaben den Mut nicht auf und im Januar 2017 testete ich erneut positiv. Es war von Beginn an eine sehr anstregende Schwangerschaft. Aufgrund von Hämatomen durfte ich nur liegen und sitzen. Hinzu kam eine tiefliegende Plazenta. Nach mehreren Krakenhausaufenthalten sagte man uns, wir sollten uns auf eine Fühgeburt einstellen. Ich war immer noch sehr optimistisch und mein Mutterherz schlug kräftiger und willenstärker als je zuvor. Leider mussten wir unseren Sohn in der 23. ssw still zur Welt bringen. Es war ein unglaublicher Schmerz in uns und all unsere Träume zerplatzen. Es war eine sehr schwere Zeit für uns und dennoch liesen wir uns nicht unter kriegen. Viele Gespräche mit vielen Leuten (u.a. Ärzten, Hebammen, Freunden, Bekannten) bestätigten uns in unserem Wunsch und gaben uns Mut, an unserem Traum weiter zu glauben. Recht schnell und unverhofft wurde ich im August wieder schwanger – aus medizinischer Sicht sprach auch nichts gegen einen erneuten Versuch. Ich sagte mir, wenn mein Körper und meine Seele bereit sind, wird ein neues Kind kommen. Vor einer Woche erhielten wir dann die niederschmetternde Diagnose: Herzstillsatnd in der 9. Woche. Ich ging bereits seit fast 2 Wochen mit meinem toten Kind im Bauch durch die Welt. Nun sind wir an einem Punkt, wo wir nicht weiter wissen. Wagen wir den Schritt erneut oder nicht? Nun haben wir auch das Recht, nach mehreren Fehlgeburten eine Untersuchung zu veranlassen, was wir diesmal auch tun werden. Wir warten noch auf die Ergebnisse. Wir hoffen einerseits so sehr, andererseits wollen wir unsere Lieben um uns herum nicht vergessen. Wir haben Verantwortung nicht nur für uns, sondern auch für unsere beiden Kinder. Was ich sagen möchte ist, dass man trotzalledem nicht den Mut verlieren sollte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
        Man sollte das tun, wovor man am meisten Angst hat und woran man nicht aufhören kann zu denken.
        In diesem Sinne, bleibt tapfer!

        1. Olivia

          Liebe Mandy,

          vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte. Es ist unglaublich schwer, gleich mehrere Sternenkinder gehen lassen zu müssen. Und dabei den Mut nicht zu verlieren. Natürlich will man wissen, woran das liegen kann und deswegen ist es gut, dass ihr nun die Untersuchungen veranlasst habt. Ich hoffe, die Ergebnisse werden euch weiterhelfen.
          Es ist sehr ermutigend zu lesen, dass du trotz allem den Mut und die Hoffnung nicht verlierst und so viel Kraft aufbringst – für euch und eure Erdenkinder. Das freut mich sehr und ich wünsche dir alles Gute und Liebe für euren weiteren Weg!

    2. N.T.

      Hallo ,

      ich möchte meine Erfahrung mal mitteilen. Meine erste Schwangerschaft endete auch in einer Fehlgeburt, 2 Monate später war ich wieder schwanger und alles lief super, meine kleine ist jetzt 18 Monate alt. Vor 3 Monaten war ich wieder schwanger und hatte wieder eine Fehlgeburt 🙁 Jetzt bin ich wieder in der 6. Woche schwanger und vertraue einfach drauf das es diesmal klappt. Natürlich hat man nie eine Sicherheit und natürlich habe ich diesmal wieder Angst das etwas passiert aber ich vertraue einfach das es gut geht 🙂 Also immer positiv denken 🙂

  7. Wenke

    Hallo, ich durchlebe gerade die zweite Missed Abortion in Folge. Die erste war in der 12. SSW und ich wurde überrumpelt mit einer Kürretage, von der die jetzigen weiss ich seit 2 Wochen (ich war in der 9. SSW). Ich habe mich bewusst für einen natürlichen Abgang entschieden und bin überrumpelt worden von den Wehen, die heute gegen Morgen so stark waren, dass ich veratmen musste und auch vor Schmerzen weinen. Ich denke, das Allerschlimmste ist vorüber, obwohl ich immer noch starke Krämpfe habe. Vor 19 Jahren bin ich das erste Mal Mutter geworden und vor 15 Jahren ein zweites Mal.
    Ich bin nun nach erneuter Fehlgeburt sehr niedergeschlagen und denke natürlich, dass mein Alter (43 1/2) eine Rolle spielt.
    Wie schafft frau es, nicht die Hoffnung zu verlieren und eine weitere Schwangerschaft in Angriff zu nehmen? LG

    1. Brigitte Steinmair

      Liebe Wenke..
      Es tut mir wirklich sehr leid, dass du diese bittere Erfahrung bereits zum 2. Mal durchleben musst! Ich habe leider auch vor ca 2 Wochen in der rechnerisch 8.ssw erfahren, dass ich eine MA habe u letzte Woche hatte ich dann nach erneuter Kontrolle die Ausschabung… es ist eine schmerzhafte Erfahrung, obwohl mir/uns unser 3 jähriger Sohn viel Kraft u Freude bereitet.
      Mir persönlich hilft eigentlich sehr zu wissen, dass die Natur der Ss ein Ende setzt wenn etwas nicht stimmt und man dies leider nicht beeinflussen kann. Eine Frauenärztin im KH hat mir erklärt, dass statistisch gesehen jede Frau in ihrem Leben einmal eine solche Erfahrung macht u auch eine 2. Fehlgeburt meist kein Grund ist es nicht noch einmal zu versuchen.. zudem hast du bereits 2 Kinder geboren u demnach alle Voraussetzungen.
      Möchte dir noch anhand eines Falles aus meiner Familie Mut machen. Eine meiner Schwestern hatte mit 26 eine Totgeburt in der 40. Ssw, ein unbeschreiblicher Schmerz für die ganze Familie. Bei der 2. Ss hatte sie einen Spätabort in der 17. Ssw…..und heute hat sie 2 gesunde Kinder mit 5 u 2einhalb Jahren….
      Nicht aufgeben u versuchen an das Gute zu glauben…etwas anderes bleibt uns nicht übrig…
      Aus tiefem Herzen wünsche ich dir alles Gute u viele positive Gedanken für einen neuen Versuch!!!!!
      Burli

    2. Nadja

      Liebe Wenke !
      Ich kann nachfühlen wie du dich jetzt fühlst. Mein Mann und Ich haben Unsere Tochter Alina in der 22ssw Tot zur Welt bringen müssen das war vor 6Tagen und es war Total schmerzhaft. Aber Wichtig ist das du und dein Partner in dieser Schweren Zeit füreinander da seid und euch gegenseitig haltet. Ich Wünsche euch alles Liebe

  8. Toni

    Ich bin im April 2017 überraschend schwanger geworden (zum ersten Mal), hab mich aber nach dem anfänglichen Schock doch sehr darüber gefreut. Ich hatte dann eine Fehlgeburt in der 9. Woche, ohne Ausschabung. Der natürliche Abgang war unkompliziert, ich bin froh, dass mein Körper das selbst regeln konnte. Die damals ungeplante Schwangerschaft hat jedoch einen Kinderwunsch, ein Bedürfnis in mir geweckt, das ich vorher so nicht hatte. Wir verhüten seit dem nicht mehr, meine erste Periode hatte ich sechs Wochen nach der Fehlgeburt, danach hatte ich nun zwei recht regelmäßige Zyklen (einmal 30 Tage u einmal 27 Tage). Jedes Mal, wenn ich meine Regel bekommen habe, tat das erneut weh, die Enttäuschung nicht wieder schwanger geworden zu sein u der Verlust des ersten Kinds trafen mich beide Male hart u ich bin überrascht, wie lange ich die Enttäuschung u die Trauer mit mir herumtrage. Ich habe nie hormonell verhütet u deshalb schon vor der Schwangerschaft einen recht engen Kontakt mit meinem Körper gehabt, ich kann meine fruchtbaren Tage bestimmen, etc. wie lange dauert es in der Regel nach einer Fehlgeburt wieder schwanger zu werden? Und gibt es noch mehr Möglichkeiten, da unterstützend mitzuwirken? Viele Grüße u Danke fürs lesen!

    1. Olivia

      Liebe Toni,
      es tut mir leid für dich, dass du eine Fehlgeburt hattest.
      Wie jede Frau und jeder Körper anders ist, so unterschiedlich ist es auch, wieviel Zeit Körper und Seele nach der Fehlgeburt brauchen, um diesen Verlust zu verarbeiten und für eine neue Schwangerschaft bereit zu sein. Dränge dich nicht. Du spürst noch die Schmerzen und die Enttäuschung und das ist ganz normal. Vielleicht würde dir ein kleines Abschiedsritual helfen, dein kleines Sternenbaby auch vom Gefühl her gehen lassen zu können. Zum Beispiel könntest du einen Brief schreiben, etwas Malen oder Gestalten (Stein bemalen usw.), und dazu deine eigenen Worte und Gedanken zum Ausdruck kommen lassen.
      Ich denke das ist mindestens genauso wichtig wie die körperliche Seite. Da du schon wieder einen recht regelmäßigen Zyklus hast, sehe ich da auch keinen Grund, etwas in diese Richtung zu unternehmen.

      Alles Liebe,
      Olivia

    2. Nadine

      Hallo, ich hatte vor über einem Jahr einen Spätaport und habe vergeblich wieder versucht schwanger zu werden (bin 37 und habe einen 7jährigen Sohn)! … das war jetzt mein schlimmstes Jahr, bis ich von Birgit Zart und „ihrer Fruchtbarkeitsmassage“ gehört habe! Sie hat mir physisch und psychisch sehr geholfen (hab sie von einer Heilpraktikerin machen lassen) und ich bin mir jetzt sicher, dass es wieder klappt und dann auch gut geht,…

  9. NicMac23

    Hallo zusammen,
    ich könnte einen guten Rat brauchen. Meine Spirale habe ich ziehen lassen und wurde sofort schwanger. Hatte einen Abgang ca. in der 7-8 SSW (war noch kein Herzschlag zu sehen) Alles konnte von alleine abbluten, Gewebestückchen kamen immer mit und nach gut einer Woche kam dann noch der Rest der Fruchtblase. Blutung hat aufgehört.
    HCG Wert wird regelmäßig kontrolliert und ist auch von 150 auf 6 runter.
    Jetzt ist er trotzdem nach zwei Tagen wieder gestiegen… da mein FA meinte es könnte noch eine Eileiterschwangerschaft vorliegen, bin ich heute direkt, nach leichten Schmerzen, ins Krankenhaus. Eileiter, Gebärmutter und Bauchraum sehen gut aus. Die Ärztin hat sich sehr viel Zeit genommen und genau geschaut.
    ABER, der HCG – Wert ist nochmal gestiegen… jetzt auf 7,4.
    Also mein logisches Verständnis sagt mir eigentlich, dass wenn eine Eileiterschwangerschaft parallel vorgelegen hätte, dann wäre mein HCG-Wert doch nicht runter…. denn das müsste ja gleichzeitig mit der SS die sich in der Gebärmutter eingenistet hat, passiert sein… oder?
    Kurz die Zeitabstände: Abgang war 30./31.8.
    Also irgendwie weiß ich grad nicht was da los ist…..
    LG

    1. Olivia

      Hallo, so wie ich es verstanden habe, lagen nur zwei Tage zwischen der HCG-Abnahme und den Werten 6 und 7,4? Wenn das so ist, würde ich mir erstmal gar keine Gedanken machen und den Wert nach 1-2 Wochen erneut kontrollieren. In so einem kurzen Zeitabstand und einer so geringen Schwankung lässt sich nämlich gar nichts sagen.
      Ich sehe nach deiner Beschreibung keine Anzeichen, die für eine Eileiterschwangerschaft sprechen.
      Alles Gute und LG Olivia

  10. Jenny

    Hallo,

    ich habe vor ein paar Tagen einen Abgang in der 7. Woche erlebt, der Schmerz sitzt noch sehr tief… es gibt immer wieder Momente in denen ich einfach in Tränen ausbrechen und dann andere in denen ich positiv in die Zukunft schaue.
    Unser Karlchen war ein absolutes Wunschkind – wir hatten uns schon so gefreut und dann ist er einfach gegangen. Die Gefühle fahren Achterbahn von Trauer, Wut, Verzweiflung- auf einmal soll alles wieder so weitergehen… diese Leere im Bauch ist einfach unerträglich und schnürt mir den Hals zu.

    Ich habe mir überlegt alle Erinnerunhen in eine Kiste zu legen und dazu eine Kerze zu kaufen und diese immer an zu zünden, wenn wir alle zusammen am Tisch sitzen. (Ich habe bereits eine Tochter aus erster Ehe). Ich möchte Karlchen nicht vergessen, aber schon Platz für ein weiteres Kind in unsrem Leben machen.

    Ist der Abort eigentlich als Periode anzusehen und beginnt der Zyklus gerade neu oder muss ich hier auf die nächste Blutung warten?

    1. Karin

      Liebe Jenny!
      Ich kann deine Gefühle sehr gut nachempfinden. Obwohl ich nach meinem Abgang gleich wieder schwanger wurde (siehe nennen Post ihnen), denke ich noch immer ab und zu an mein erstes Baby.
      Mir sind nach einer Woche auch immer wieder die Tränen gekommen wenn ich daran dachte.

      Ich weiß nicht genau wie der Abgang medizinisch gesehen wird, aber bei mir ging der Zyklus nach dem Abgang normal weiter. Ich hatte keine Regelblutung mehr danach, weil ich eben gleich wieder schwanger wurde 🙂
      Ich wünsche dir alles Gute!
      LG Karin

    2. Olivia

      Liebe Jenny,

      dein Verlust tut mir sehr leid. Euer Karlchen wird immer in Liebe mit euren Herzen verbunden sein.
      Die Erinnerungskiste ist eine sehr schöne Idee!

      Zu deiner Frage mit dem neuen Zyklus: die Blutung beim Abort ist keine Periode. Frau kann aber vor der ersten Periode nach Fehlgeburt wieder schwanger werden, weil der Eisprung ja vor der Blutung stattfindet (wie in dem Fall von Karin).

      Liebe Grüße
      Olivia

      1. Jenny

        Danke für eure Antworten und eure Anteilnahme. Diese Nacht konnte ich zum ersten Mal wieder durchschlafen und bin mit mehr Optimismus aufgewacht. Ich gönne mir noch zwei Tage Auszeit und werde dann versuchen wieder arbeiten zu gehen. Irgendwie muss es ja weitergehen, ihr macht mir Mut dass ich irgendwann, wenn es sein soll, ein weiteres Kind in meinen Armen halten werde.

        Gestern hatte ich auch eine Sitzung bei meinem Therapeuten, das hat auch geholfen – er sagte ich soll dir Trauer und die Wut nicht unterdrücken sondern durchleben und in das Gefühl hineingehen damit es sich lösen kann.

        Die Kerze und die Kiste habe ich auch besorgt… Karlchen bleibt immer in unseren Herzen ♥️

  11. Karin

    Hallo!
    Ich hatte eine Fehlgeburt ohne Ausschabung in der 5./6. SSW. Meine Ärztin sagte mir ich soll 3 Monate warten, damit sich meine Gebärmutter erholen kann. Nachdem ich eine Woche getrauert habe, habe ich beschlossen wieder positiv in die Zukunft zu schauen und es ein zweites Mal zu versuchen. Ich wurde sofort wieder schwanger. Bei der zweite Schwangerschaft hatte ich von Anfang an ein positives Gefühl und ich wusste intuitiv, dass diesmal alles gut gehen wird. Jetzt bin ich in der 39. SSW und warte schon auf unsere Maus 🙂
    Alles Liebe
    Karin

    1. Olivia

      Liebe Karin,
      Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!
      Wie schön, dass du ganz nach deinem eigenen Gefühl gehen konntest – wie man sieht, war genau das das Richtige für dich/ euch.
      Meinen herzlichen Glückwunsch zu eurer Maus und alles Gute für die Geburt!
      Alles Liebe
      Olivia

  12. Nora

    Wir hatten eine gesunde Tochter nach unkomplizierter Schwangerschaft und wollten ein zweites Kind. Als sie 3 Jahre war wurde ich schwanger. In der 10. SSW verloren wir das Kind. Beim Ultraschall war kein Herzschlag mehr zu sehen. Heute haben wir drei Sternenkinder. Schwanger wurde ich immer schnell. In 18 Monaten drei Mal Hormonumstellungen und psychische Achterbahnfahrt. Die erste Schwangerschaft nach der FG war wunderschön. Ich spürte schon vor dem Test, dass es geklappt hat und war gleich in engem Kontakt mit dem Baby, redete ihm gut zu. Dann die Erleichterung beim ersten US, ein Herz das schlägt. Diesmal traf mich das Ende wie ein Schlag, 13. Woche und da waren Füße und Hände zu sehen, aber kein Lebenszeichen mehr. Ich rutschte in eine Depression, die nächsten drei Monate lebte ich wie hinter einem Schleier. Ich war so sicher dass so etwas nicht ein zweites Mal passieren würde und dann… Meiner inzwischen vierjährigen Tochter gegenüber hatte ich ein schlechtes Gewissen. Kindgerecht hatten wir ihr auch erklären müssen, dass sie doch kein Geschwisterchen bekommt.
    Die nächste Schwangerschaft versuchte ich emotional nicht an mich rankommen zu lassen. Kaum jemand wusste davon, ich wollte keine guten Wünsche mehr und keine gutgemeinten Daumendrücker. Als es vorbei war, weigerte ich mich zu meiner dritten Ausschabung zu gehen. Die natürliche FG, bei der ich trotzdem ins Krankenhaus ging wegen der Blutungsstärke hat mir geholfen zu verarbeiten was geschehen war. Es hatte etwas Reiningendes und wir fanden einen Abschluss zu dem Thema darin. Zwei Tage danach war ich wieder arbeiten ohne dass jemand etwas gemerkt hätte. Das ist für mich ein trauriger Aspekt, darauf bin ich nicht stolz, aber geholfen hat es mir damals trotzdem.
    Während ich das schreibe halte ich meine zwete Tochter im Arm. Sie ist 9 Monate alt und das größte Geschenk meines Lebens. Eigentlich hatte ich eine Psychotherapie machen wollen, um mit meinem Kinderwunsch ins Reine zu kommen. Dann, nach einer 18-monatigen „Pause“, die mein Mann und ich wählten, um uns anderen Seiten des Lebens zuzuwenden und zu genießen, was wir hatten, statt dem nachzutrauern was wir nicht haben konnten, wurde ich überraschend schwanger. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt eine Beratung und Diagnostik in der Sprechstunde für Paare mit mehrfachen Fehlgeburten hinter uns und obwohl nichts konkretes gefunden wurde und wir sehr gute Befunde erhielten, hatte ich mich vorsorglich für die Optimierung meines Vitaminhaushalts, Herabsetzen des T-Wertes unter 1 (Schilddrüse) und die Einnahme von utrogest entschieden. Bei Feststellen der Schwangerschaft auch noch für Heparin. Wir waren sicher, dass dies der letzte Versuch sein sollte und so ließ ich nichts unversucht. Psychotherapie und Bindungsanalyse halfen mir, die Ängste in gesunden Bahnen zu halten und eine positive Beziehung zu meinem Baby aufzubauen. Mein Frauenarzt war auch toll und schlug vor, Ultraschalluntersuchungen wegzulassen, da sie mich schon zwei Tage vor dem Termin in Panik versetzten und auch vor Ort der reinste Alptraum waren. Nachdem in der 14. SSW alles gut war legte er mir ein Beschäftigungsverbot ans Herz. Ich nahm es an und nutzte die freie Zeit für lange Spaziergänge, Bäder und Gespräche mit dem Ungeborenen. Bei einer wunderschönen Hausgeburt kam sie dann zu uns. Könnte mir jemand versprechen, dass alles nochmal so wäre wie bei ihr, würde ich noch ein drittes Kind bekommen. Aber ich will mein Glück nicht herausfordern und zur Zeit ist alles perfekt:-)

    Eine Empfehlung noch, die mir sehr wichtig ist: Bei uns gibt es zweimal im Jahr eine Trauerfeier mit Beisetzung der „Überreste“ früh verstorbener Babys (aus Kliniken), die noch kein Recht auf Bestattung haben. Jede Frau oder jedes Paar, das so einen Verlust erlitten hat, völlig egal in welchem Zusammenhang, ist dort willkommen. Die Teilnahme kann anonym bleiben, es besteht aber auch die Möglichkeit, einen Namen anzugeben oder einen Wunsch zu hinterlassen. Ich ging nach der zweiten FG alleine dorthin und durfte einen Holzstern mit Kerze zur Bestattungsstätte tragen und dort Abschied nehmen. Es war unglaublich schmerzhaft, aber auch unendlich heilsam. Wer dieses Angebot hat, sollte es ausprobieren, auch die weniger spirituell eingestellten Menschen können dort etwas Ruhe finden und vielleicht Frieden schließen mit dem Geschehenen.

    Ich beantworte gerne Fragen.
    Danke, dass du meine Geschichte gelesen hast!

    1. Olivia

      Liebe Nora, vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte.
      Das war ein unglaublich schwerer Weg, den ihr da hattet und das tut mir sehr leid für euch. Aber
      wie wunderbar zu hören, dass ihr nun neben den drei Sternenkindern auch zwei Kinder an der Hand habt und du die letzte Schwangerschaft trotz allem so bewusst und positiv gestaltet hast und letztenendes eine so kraftvolle Geburt hattest! Hut ab!

      Vielen Dank auch für den Hinweis mit der Trauerfeier.

      Mit den besten Wünschen für dich und deine Familie ❤️
      Olivia

    2. Anja

      Danke für deine Worte. Es macht mir Mut, nach vorn zu schauen und es wieder zu versuchen.

      1. Nora

        Danke, das freut mich sehr und genau das ist der Grund warum ich mich getraut habe hier so offen zu teilen wie es mir ergangen ist. Bei meiner Suche damals waren Erfahrungsberichte für mich immer sehr wertvoll und wichtig, auch wenn keine Geschichte der anderen gleicht.
        Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft für alles was das Leben für Dich und Deine Familie noch bereit hält, am meisten aber, dass ein Kind den Weg zu euch findet.

    3. Jasmin

      Liebe Nora

      Deine Geschichte hat mich sehr berührt und ich sehe mich in einigen Punkten darin wieder. Im April diesen Jahres wurde ich zum ersten Mal schwanger, verlor es aber in der 9.SSW. Da es 3 Jahre lang nicht geklappt hat waren wir beide sehr traurig und enttäuscht. Ich bin Krankenschwester und konnte mit der Situation aber relativ gut umgehen, sehe ich doch täglich viele Abort-Curettagen. Zudem weiss ich, dass es oft zu einem Frühabort kommt.
      Im Juli wurde ich dann wieder schwanger. Ich habe mich gefreut, hatte aber gleichzeitig Angst, dass ich nochmals einen Abort erleiden werde und hielt mich auf „Distanz“ zum Ungeborenen. Nur mein Partner, meine beste Freundin und meine Mutter wussten, dass ich schwanger war. Da ich schon einen Abort hatte, musste ich 2 Wochen nach der ersten Kontrolle erneut gehen. Schon beim Betreten der Praxis vor einer Woche hatte ich ein schlechtes Gefühl, da meine Symptome nachliessen (Brustspannen, Appetit). Leider bestätigte sich mein Gefühl und ich hatte diese Woche einen erneuten Abort. Einerseits bin ich froh, dass es raus ist. Anderseits bin ich wütend dass es mir nicht vergönnt ist.
      Wir wollen sehr gerne Kinder aber ob ich einen dritten Abort aushalten würde weiss ich nicht. Meine Frauenärztin ist zwar sehr zuversichtlich und hat mir für eine nächste Schwangerschaft diesmal Aspirin Cardio und Utrogest verschrieben. Mal sehen was mir die Zukunft so bringt.

      Ich wünsche dir und deiner Familie alles Glück der Welt, bleibt gesund und geniesst das Leben 🙂

      Liebe Grüsse Jasmin

  13. Hallo…
    Auch wir haben 2 Fehlgeburten erlebt, eine frphe in der 10.SSW eine in der 18 SSW. Meine Frauenärztin liess dann nach der 2. Gott sei Dank schnell Ursachenforschung betreiben.Doch noch bevor ich das Ergebnis einer vorliegenden Gerinnungsstörung erhielt wurden wir ungeplant und völlig überraschend im 1.Zyklus nach der späten Fehlgeburt wieder schwanger. Ich musste mir dann die ganze Schwangerschaft über Blutverdünner spritzen aber die Angst das etwas mit unserer Tochter nicht stimmen würde konnte mir bis zum Tag der Geburt Niemand nehmen.Viel Kraft haben mir aber Familie, Freunde und Kollegen gegeben da sie von meinen 2 Fehlgeburten wussten.Ich erfuhr viel Unterstützung und auch unser Pflegehund lenkte mich oft von Sorgen und Ängsten ab.
    Unsere Tochter ist nun knapp 5 Monate alt und unser ganzer Stolz und Sonnenschein.
    Ich kann euch nur raten über das erlebte zu reden…trauert um Eure verlorenen Kinder und lasst euch von niemanden sagen das alles seinen Grund hat.

    Alles Liebe
    Mary

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