selbstfürsorge in der schwangerschaft

Selbstfürsorge für eine glücklichere und gesündere Schwangerschaft

Wie du durch Selbstfürsorge eine glücklichere und gesündere Schwangerschaft und Geburt erreichst und dabei eine tiefere Beziehung zu dir selbst UND deinem Baby aufbaust.

 

Was ist Selbstfürsorge und warum ist sie so unglaublich wichtig – im Leben allgemein und ganz besonders in der Schwangerschaft?

Selbstfürsorge bedeutet, nachhaltig für deine eigene Zufriedenheit und Gesundheit zu sorgen. Dich mit deinen eigenen Gefühlen zu verbinden. Gut für dich selbst zu sorgen und auf das zu hören, was du wirklich brauchst. Selbstfürsorge ist die Essenz eines gesunden und glücklichen Lebens und einer gesunden und glücklichen Schwangerschaft. Selbstfürsorge bezieht sich sowohl auf unser körperliches als auch seelisches Wohlbefinden.

Fürsorge für dich selbst ist Fürsorge für andere. In der Schwangerschaft und auch noch weit über die Geburt hinaus, nimmt dein Kind teil an deinem Leben, an deinen Emotionen. Deine Grundstimmung prägt auch dein Kind. Und dein Körper nährt dein Baby. Alles was du dir selbst Gutes tust, kommt automatisch auch deinem Kind zugute.

Du bist wichtig und wertvoll – als eigenständige Person und als Mutter für dein Kind. Es profitieren also mindestens gleich 2 Menschen von deiner Selbstfürsorge.

 

 

Warum fällt uns Selbstfürsorge so schwer?

Wir alle kommen mit einem gesunden Maß an Selbstfürsorge zur Welt. Ganz zu Beginn unseres Lebens sind wir noch darauf angewiesen, dass unsere Bedürfnisse durch fürsorgliche Eltern erkannt und befriedigt werden. Die Botschaften, die uns unser Körper schickt, drücken wir instinktiv aus und erwarten zurecht, dass unsere Bedürfnisse befriedigt werden.

 

Mit der Zeit wurde uns jedoch beigebracht Erwartungen zu erfüllen, Leistung zu erbringen und anderen zu gefallen. Und nach und nach hast vielleicht auch du dich daran gewöhnt, deine körperlichen Bedürfnisse und Emotionen zu unterdrücken oder zu ignorieren. Und dadurch die Wahrnehmung für dich selbst verloren, für deine eigene Situation und deine eigenen Bedürfnisse und den Bezug zu deinen Potentialen und Werten.

 

Und was passiert, wenn wir den Kontakt zu uns selbst verloren haben?

Wir fühlen uns schneller überfordert und leichter gestresst
frustriert und gereizt
träge, lustlos und erschöpft
wir lassen uns mehr von äußeren, unbewussten Motiven, Stimmungen und Stresssituationen leiten.
Durch Selbstfürsorge kannst du neue Kraft schöpfen. Deine Schwangerschaft bewusst genießen. Du sorgst dafür, dass es dir UND deinem Baby langfristig gut geht. Du entwickelst Vertrauen in deine Kraft. Und du legst den Grundstein für eine selbstbestimmte Geburt.

 

Selbstfürsorge beinhaltet:

Achtsamkeit, Authentizität, Selbstbestimmung, Verbundenheit mit anderen, Empathie, Dankbarkeit und die Gabe zu Verzeihen.

ACHTSAMKEIT: bewusst den gegenwärtigen Moment wahrnehmen, gedanklich nicht schon bei der nächsten Tätigkeit oder einer Situation in der Zukunft oder Vergangenheit verharren. Achtsamkeit ist eine geistige Fähigkeit, über die wir alle verfügen. Achtsamkeit ist im Grunde keine Anstrengung, sondern ein sich-hinein-entspannen in den Moment, ein Loslassen in den Augenblick. Wir können in jedem Moment wieder in den Augenblick zurückkehren. Wir sind ganz bei einer Sache und machen eines zur Zeit. Durch Achtsamkeit wird das Leben lebendiger, es entsteht Klarheit, Konzentration, mehr Energie und Lebenskraft. Achtsamkeit bedeutet, dass wir aufhören ständig alles bewerten zu müssen. Durch Achtsamkeit kommst du wieder in Kontakt mit dir selbst und dadurch auch in intensiveren Kontakt mit deinem Baby.

AUTHENTIZITÄT: Authentizität bedeutet, ein Bewusstsein für dich zu entwickeln, deine Gefühle wahrzunehmen und dass deine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Werte dir wichtig genug sind, danach zu handeln. Wenn du bemerkst, dass du vorrangig nur funktionierst und dabei nicht echt, nicht du selbst bist, ist das sehr schade – aber du kannst lernen, wieder ein authentisches Leben zu führen und dadurch freier und glücklicher zu sein. Du bekommst mehr Orientierung und mehr Klarheit.

Du entdeckst, was du wirklich brauchst um deine Schwangerschaft und Geburt glücklich, zufrieden und erfüllt zu erleben.

Authentizität ist eng verbunden mit Selbstbestimmung:

SELBSTBESTIMMUNG: Du wünschst dir eine selbstbestimmte Geburt? Selbstbestimmung fängt weit vor der Geburt an, die Geburt wird dann das Ergebnis deines selbstbestimmten Lebens und deiner selbstbestimmten Schwangerschaft sein.
Verlierst du manchmal den Bezug zu deiner eigenen Situation, deine eigenen Bedürfnisse? Versuchst du unbewusst oft äußere Ansprüche und Erwartungen zu erfüllen, die an dich herangetragen werden? Reagierst du deinen Erfahrungen und Möglichkeiten entsprechend bewusst auf eine Situation oder fühlst du dich manchmal als Reaktions-Roboter, der Geschehnissen hilflos ausgeliert ist? Hast du Vertrauen in deine eigene Kraft?

IN VERBINDUNG MIT ANDEREN STEHEN/ Verbundenheit: Wir haben nicht nur das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Authentizität, sondern auch das tiefe Bedürfnis nach Verbundenheit. In der Schwangerschaft entwickelt sich besonders die Verbindung zu deinem Baby. Nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Aber auch die Verbundenheit innerhalb der weiteren Familie, mit Freunden, anderen Frauen oder der Verbundenheit mit der Leben und der Schöpfung allgemein. In der Schwangerschaft streben wir besonders danach, echte Verbundenheit auch emotional wirklich zu erfahren.

EMPATHIE: Empathie ist die Fähigkeit, wahrzunehmen, was in einem anderen vorgeht. Durch die erhöhte Sensibilität in der Schwangerschaft, wirst du auch leichter erkennen oder fühlen, was in anderen vorgeht. Besonders in der Beziehung zu deinem ungeborenen Baby und zu deinem Kind nach der Geburt ist es enorm wichtig, dass du als Mama spürst, was dein Kind braucht – am besten ohne langes Nachdenken. Und dass dein Kind deine emotionale Wärme wahrnimmt.

DANKBARKEIT: Werde dir bewusst darüber, für was du in deinem Leben dankbar bist und für welche kleinen oder großen Momente du an diesem Tag dankbar bist.

Die Gabe zu VERZEIHEN: Dir selbst und anderen. Trage deinen Groll nicht endlos mit dir herum. Versuche zu verzeihen und Frieden mit deiner Vergangenheit zu schließen. Das können zum Beispiel auch vorherige negative Geburtserfahrungen sein.

 

Indem du die Techniken und Praktiken der Selbstfürsorge in dein alltägliches Leben integrierst, förderst du deine Ausgeglichenheit, dein inneres Glück, lernst besser mit Stress umzugehen oder insgesamt weniger Stress aufkommen zu lassen, und lernst deine eigenen Grenzen kennen und respektieren. Du wirst deine Intuition stärken und lernen, mehr dir selbst und deiner inneren Stimme zu vertrauen. Du wirst herausfinden, was dir Energie gibt und was dich stärkt.
Nur wenn du mit dir selbst in Verbindung stehst, kannst du wissen, was du brauchst, was dir gut tut und dies auch einfordern.
Selbstfürsorge ist ein Weg zu mehr Klarheit und Selbstbestimmung. Du wirst dich nicht mehr abhängig fühlen davon, ob andere deine Entscheidungen und deinen Weg gut heißen oder nicht.

 

Erlerne Selbstfürsorge zu deiner Gewohnheit zu machen und sie JEDEN TAG in irgendeiner Weise in dein Leben zu integrieren. Nicht nur einmal die Woche oder wenn du gerade keinen Stress hast.

 

 

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Kommentare

  1. Betty

    Hallo, schöner Text.

    Bei DANKBARKEIT würde ich noch hinzufügen wollen, dass dort Vorsicht geboten ist, da es schnell dazu führen kann, dass man sich in der Pflicht fühlt, was einen ja wieder von der Authentizität und Selbstbestimmung wegführen würde, weil man womöglich anfangen würde, sich revanchieren zu wollen. Das wäre ja nicht das Ziel. Wenn ich das richtig verstehe, geht es darum, sich darüber zu freuen, was man hat(?)

    Und VERZEIHEN würde ich komplett umbenennen. Verzeihen widerspricht ja auch dem schönen Satz „Achtsamkeit bedeutet, dass wir aufhören ständig alles bewerten zu müssen.“, denn um verzeihen zu können, muss es erst mal etwas geben, was zu verzeihen ist, das heißt, man müsste erst einmal etwas verurteilen. Und das ist der Trugschluss. Das braucht man eben nicht. Man braucht weder verurteilen noch verzeihen. Beides bedeutet ja, dass man sich moralisch über den anderen stellt (und Richter spielt). Der Punkt ist aber trotzdem wichtig, finde ich, nur ich würde dazu sagen: AKZEPTIEREN. Sich selbst so akzeptieren, wie man ist, und die anderen auch. Fast das gleiche, nur dass es das Verurteilen und Über-die-Anderen-stellen nicht beinhaltet. Sich so akzeptieren, wie man ist, an dem Punkt in seiner Entwicklung an dem man gerade ist, mit dem was man kann und was man nicht kann/gerade mal nicht hinbekommen hat – ohne das zu verurteilen – und die anderen und die Situation so akzeptieren, wie sie sind. Wenn dazu Unfähigkeiten gehören oder vielleicht auch der Fakt, dass die Anderen einem einfach nur Böses wollen, dann kann man ja zu den Punkten Authentizität und Selbstbestimmung übergehen und entsprechend reagieren. Wobei Unfähigkeit und Böswilligkeit natürlich wichtig sind auseinanderzuhalten und nicht zu verwechseln, wie es oft geschieht.

    1. Olivia

      Hallo Betty,
      Danke für deine Gedanken und Ergänzungen. Mit Dankbarkeit habe ich hier gemeint, für die schönen Sachen/ Momente, die man in seinem Leben hat, dankbar zu sein. Und verzeihen, da hast du recht, könnte man auch zum Beispiel in Loslassen umbenennen.
      Liebe Grüße

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