bewegung während der geburt

So hilft Bewegung während der Geburt

Bewegung während der Geburt, aufrechte Haltungen sowie eine freie Wahl der Positionen unterstützen den natürlichen und normalen Geburtsverlauf.

Hat eine gebärende Frau Schmerzen, versucht sie sich instinktiv zu bewegen. Kann sie ihrem Instinkt aber nicht folgen, weil sie zur Bewegungslosigkeit oder in eine für sie unpassende Position gezwungen wird, oder weil sie aus Angst oder Resignation in der Bewegungslosigkeit verharrt, werden mehr Stresshormone produziert. Der gesamte Geburtsverlauf wird gehemmt und es entsteht eine Dauerspannung. Die Frau fühlt sich hoffnungslos und ohnmächtig.
In diesem Zustand kann sie Alarmzeichen ihres Körpers, die ihr dabei helfen sollen, sich selbst und ihr Kind zu schützen, nicht mehr wahrnehmen – eines unserer wichtigsten Sicherheitsinstrumente!

Bewegung, intuitive Bewegungen und Positionen, sowie die Ermutigung zur Bewegung sind essenziell!

 

Der Rhythmus der Geburt: Anspannung und Entspannung

Die Geburt ist ein rhythmischer Vorgang: während der Wehen zieht sich die Gebärmuttermuskulatur zusammen und in den Wehenpause entspannt sich die Muskulatur wieder. Das ist wunderbar durchdacht, denn durch diesen rhythmischen Prozess schüttet unser Körper Sexualhormone aus (z.B. Oxytocin und Prolaktion), die uns helfen, uns körperlich und emotional zu öffnen.
Und darum geht es bei der Geburt.
Der eigene Rhythmus von Anspannung und Entspannung ist also enorm wichtig. Das bedeutet auch, dass es wichtig ist, Spannungen wieder zu entladen. Denn anhaltende Spannungen führen einerseits natürlich auch zu Spannungen im Becken und erschweren dadurch die Geburt, ebenso kommt es aber auch zu einer ungenügenden Ausschüttung der öffnenden Hormone.

 

Spannung in Bewegung umwandeln

Eine Wehe ist ein Reiz, also eine Spannung. Mithilfe dieser Spannung als positiven Stress verbringen wir bei der Geburt eine Höchstleistung: unser Kind zu gebären.

Erst ein zuviel an Spannung wirkt sich nachteilig aus.
Wird die Spannung nicht aktiv umgewandelt, bleibt sie bestehen. Hält dieser Zustand längere Zeit an, kommen wir in eine Dauerspannung. Der Körper befindet sich in einer Art anhaltendem Alarmzustand: wir fühlen uns ohnmächtig, dem Geschehen hilflos ausgeliefert und können Alarmzeichen unseres Körpers oder unseres Kindes nicht mehr wahrnehmen.

Bewegung und Atemkraft sind die besten Möglichkeiten, eine Dauerspannung zu vermeiden, sich der Geburt hinzugeben und die Öffnung zu unterstützen. 

Natürlich unterstützen deine Bewegung auch das Tiefertreten und die Bewegung deines Babys durch dein Becken.

 

Instiktive Haltungen und Bewegung während der Geburt

Wir brauchen bei der Geburt eine einfühlsame Begleitung, die da ist und Zeit hat und die Gebärende nicht bevormundet.
Und die Gebärende braucht Hingabe, Vertrauen und die Möglichkeit, sich instinktiv zu verhalten und bewegen zu können.

Wir wissen, wie essentiell Bewegung bei der Geburt ist.
Seit Millionen von Jahren bewegen sich gebärende Frauen instinktiv bei der Geburt, aus ihrem eigenen und ursprünglichen Körperwissen heraus.
Es ist eine recht neue „Erfindung“, die Weisheit unseres Körpers bei der Geburt zu ignorieren, was darin gipfelte, Frauen zur Bewegungslosigkeit in Rückenlage auf ein Bett zu befördern. 

Wir als Hebammen haben unsere Aufgabe darin, die Physiologie und die normalen, gesunden Abläufe bei der Geburt zu unterstützen und nicht zu manipulieren. Dafür braucht es eine Umgebung, die es ermöglicht, dass sich die gebärende Frau ungehemmt entfalten und ihre volle Kraft zurückerlangen kann.

Dann können Bewegungen und Positionen intuitiv eingenommen und gewählt werden. Die beste Möglichkeit, die normale Geburt zu unterstützen.
Treten Besonderheiten im Geburtsverlauf auf, können wir durch gezielt gewählte Positionen und Haltungen positiv auf den Verlauf einwirken.

 

 

Bildquelle: Amanda Greavette 

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