Die besten Tipps für einen guten Stillstart

Stillen – die einfachste Sache der Welt? Dein Baby und du, ihr seid von Natur aus mit den besten Voraussetzungen für erfolgreiches Stillen ausgestattet. Doch der Beginn einer Stillbeziehung ist eher ein zartes Band als ein Stahlseil und kann schnell gestört werden. Mit diesen Tipps für einen guten Stillstart bleibst du auf dem richtigen Weg zum „einfach Stillen“.

 

 

Guter Stillstart leicht gemacht

 

Die Gunst der Stunde: Stille dein Baby in den ersten 2 Stunden nach der Geburt. In diesem Zeitfenster ist so es wach und interessiert wie die nächsten 3 Tage nicht mehr. Der Saugreflex ist jetzt besonders stark ausgeprägt. Lasse dein Baby die Brust selbst finden oder helfe ein bisschen nach.

Ab unter die Decke: Lasse dir und deinem Baby Zeit zu ausgedehntem Hautkontakt in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt. Also ausziehen und ab unter die warme Decke zum Kuscheln! Das ist gut für die Hormone und bringt die Milch schneller ins Fließen. Natürlich ist es auch einfach schön!

Wer stört muss draußen bleiben: Neugierige Freunde und Verwandte verschieben ihren Besuch lieber auf später, denn in Ruhe und Ungestörtheit entwickelt sich die (Still-)Beziehung am besten.

Richtig anlegen: Die richtige Anlegeposition ist essenziell dafür, dass dein Baby effektiv trinken kann und deine Brustwarzen nicht durch falsche Beanspruchung wund werden. In aller Kürze: dein Baby saugt nicht nur an der Brustwarze, sondern nimmt möglichst viel Brust in den Mund.

Immer der Nase nach: Die Brust hat einen ähnlichen Geruch wie das Fruchtwasser. So weiss das Baby gleich wo sein Ziel ist. Aber nur, wenn es nicht durch duftende Deos, Seifen oder Körperlotionen irritiert wird. Wasche deinen Oberkörper daher nur mit Wasser.

Es ist nie zu früh: Lege dein Baby gleich bei den frühen Hungerzeichen an. Das ist z.B. wenn dein Baby schmatzt, den Kopf suchend hin- und herdreht oder sein Fäustchen zum Mund führt. Schreien ist ein spätes Hungerzeichen und erschwert ein gutes Anlegen.

Was, schon wieder? Stille nach Bedarf und nicht nach der Uhr. Das kann auch mal bedeuten, dass du dein Baby schon nach einer Stunde oder noch eher wieder anlegst. 8 – 12 Stillmahlzeiten am Tag sind ganz normal und sollten auch erreicht werden. Dein Baby trinkt die ersten Tage meistens nur kurz, das ist in Ordnung. Vielleicht lässt es sich aber auch durch Füßchen-Kraulen oder Wange streicheln noch motivieren weiterzumachen. Auch eine Brustkompression (dabei einfach die Brust in die Hand nehmen und etwas zusammendrücken, während das Baby angelegt ist) lässt eine Extra Portion Milch fließen.

Mach´s dir bequem: Stillen soll nicht nur für dein Baby, sondern auch für dich angenehm sein! Mach es dir also erst mal selbst gemütlich und lege dann dein Baby an. Wenn du entspannt bist, fließt auch die Milch besser. Probiere verschiedene Stillpositionen aus, z.B. Stillen in Seitenlage, Wiegegriff oder Rückengriff.

Eine kleine Brustmassage vor dem Anlegen in den ersten Tagen durchführen. (Nur kurz, 1 – 2 Minuten reichen). So wird der Milchspendereflex schneller ausgelöst und dein Baby, das in der ersten Zeit oft noch müde ist, muss nicht so lange saugen, bis die Milch zu fließen beginnt. Auch wird die Menge an Kolostrum (Vormilch) erhöht und das Anlegen erleichtert.

Breast is best: Verzichte auf einen Schnuller, insbesondere in den ersten Wochen. Befriedigt dein Baby sein Saugbedürfnis am Schnuller, saugt es weniger an der Brust und du bildest weniger Milch. Verzichte auch auf künstliche Sauger und füttere deinem Baby, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, die Milch z.B. per Teelöffel oder Spritze. So kannst du einer Saugverwirrung vorbeugen.

 

 

Die Beachtung dieser Punkte ist in den ersten Tagen deswegen so entscheidend, da in dieser Phase das Stillen und die Milchbildung am leichtesten etabliert werden kann. Nutze diese Zeit! Die meisten schwierigen Situationen in der späteren Stillzeit lassen sich mit einem guten Stillstart im Wochenbett vermeiden.

Suche dir frühzeitig Unterstützung und Hilfe von deiner Hebamme bei Unsicherheiten und Fragen!

 

Ich hoffe, diese Tipps für einen guten Stillstart waren dir hilfreich. Schreib doch mal, welche Erfahrungen du beim Stillstart gemacht hast!

Kommentare

  1. Pingback: Stillstart: Meine Erfahrungen und 8 Impulse für den entspannten Beginn dieser besonderen Zeit • MINI AND ME

  2. Sarah

    Diese Tipps sind echt toll und hätten mir bestimmt geholfen, wenn ich das früher gewusst hätte. Bei mir lief es am Anfang leider nicht so gut, da ich im Krankenhaus keine richtige Hilfe beim. Anlegen bekommen habe und dann schnell Wunde BW hatte. Jetzt ist aber alles gut

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