Beruhigen und Trösten

Trösten und Beruhigen – wenn Babys weinen

So wie alle Menschen weinen auch Babys aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber Babys weinen öfter, weil sie noch nicht sprechen können und Weinen als eine Form der Kommunikation benutzen. Manchmal wissen wir sofort, warum unser Baby weint oder spüren es intuitiv. Das Weinen aufgrund von Hunger oder Schmerzensschreie können wir meist gut erkennen. Aber oft wissen wir auch nicht, warum unser Baby weint.
Und das kann gemischte Gefühle in uns auslösen. Wie Hilflosigkeit oder Zweifel, ob wir eine schlechte Mutter sind, wenn unser Kind weint. Vielleicht werden auch unterbewusst eigene alte Ängste und Gefühle in uns ausgelöst.

Was auch dahintersteht, unser erster Impuls ist es auf jeden Fall, das schreiende Baby möglichst umgehend zu beruhigen. Und da fängt das Dilemma an:

Wie beruhigt man ein weinendes Baby, wenn man keine Ahnung hat, warum es eigentlich weint?

 

  • Wir versuchen, unser Baby zu beruhigen: 

Beruhigen bedeutet „ruhig machen“. Wir könnten zum Beispiel denken: „Du musst doch nicht weinen – es gibt doch gar keinen Grund!“ – und ihm einen Schnuller geben. Wir erfüllen damit aber nicht die wirklichen Bedürfnisse unseres Babys. Durch so eine Beruhigungsmaßnahme wird das Baby auch ruhig, aber meist nur für einen kurzen Moment. Die tieferliegende Ursache für das Weinen haben wir aber nicht berücksichtigt und die Gefühle des Babys eher ignoriert. Denn es ist schwer, die Gefühle des anderen auszuhalten.

 

  • Wir trösten unser Baby:

Trösten hingegen bedeutet, dem Baby unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Es durch sein Weinen einfühlsam und liebevoll zu begleiten. Verständnis aufbringen für sein momentanes Leiden. Auch wenn wir nicht wissen, warum es gerade weint, können wir anerkennen, dass es einen Grund gibt. Wir könnten zum Beispiel sagen: „Ja du musst weinen. Ich bin bei dir.“

 

Es kann unheimlich erleichternd sein, dass wir dem Baby das Weinen auch erlauben dürfen, ohne das Gefühl zu haben, es sofort beruhigen zu müssen. Natürlich lassen wir unsere Babys nicht einfach schreien, und schon gar nicht lassen wir sie dabei alleine. Und natürlich lassen wir ein Baby nicht schreien, wenn wir wissen, was es eigentlich braucht (z.B. bei Hunger oder der Suche nach Körperkontakt). Wir wissen, dass wir unsere Babys nicht verwöhnen können.
Aber wir können akzeptieren, dass es in Ordnung ist, auch mal zu Weinen. Und dass wir nicht wissen, warum. Das Baby drückt seine Gefühle noch ganz unmittelbar aus. Wir Erwachsenen haben gelernt, unsere Gefühle zu unterdrücken oder zu kontrollieren. Dann fällt es uns schwerer, den anderen und seine Gefühle auszuhalten.

Erlaube deinem Baby und dir selbst, dass alle Gefühle da sein dürfen. Wenn wir aufhören, unangenehme Gefühle und Stimmungen auszuschließen und wir nicht versuchen, sie durch etwas anderes abzulenken, kann wirkliche und tiefe Entspannung stattfinden. Für dich und dein Baby.

 

 

Bildquelle: Elizabeth Que-Bato

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