Fehlgeburt Geburtsbericht

Unsere kleine Geburt ~ Geburtsbericht einer Fehlgeburt

Mareen hat eine kleine Geburt (Fehlgeburt) zuhause erlebt. Ihre Erfahrungen möchte sie hier gerne mit anderen Sternen-Mamas teilen und ihnen damit vielleicht ebenso den Mut zu geben, ihre kleinen Sterne in genau dem ruhigen und persönlichen Rahmen ziehen zu lassen, wie sie sie empfangen haben. 

 

 

Unsere kleine Geburt
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Dienstag, 5. Dezember 2017

Ich erfahre bei meinem zweiten Kontrolltermin, dass wir wieder ein Dezember-Sternchen bekommen haben und meine Welt blieb für einen Moment stehen…

Ich bin 10+6, bei der letzten Untersuchung sahen wir schon den Herzschlag. Heute ist nur noch ein winziger Embryo sichtbar, kein Herzschlag.
Aufgrund der letzten FG nahm ich in dieser Schwangerschaft von Anfang an Utrogest, weshalb die Gebärmutter weiter wuchs und die Schleimhaut hoch aufgebaut ist.
Die kleine Höhle ist also perfekt, aber unser Sternchen entwickelte sich nicht weiter und ist nur 7 mm klein.

Unser letztes Sternchen machte sich im Dezember vor einem Jahr von allein auf den Weg. Ich habe einfach zuhause gewartet und es unter starken, aber erträglichen Schmerzen in der 7. SSW gehen lassen.

So leise wie es kam, ging es auch. Nichts, außer unserem Wissen ließ an dieser damaligen kleinen Geburt auf eine Fehlgeburt schließen.
Die Blutung war wie eine Periode, nur mit ein bisschen mehr Gewebe.

Ich sitze im Sprechzimmer und bin irgendwo anders, nehme die Worte meiner Frauenärztin kaum wahr.

„Ich möchte keine Ausschabung!“

Sie drängt mich zu nichts, sagt, wir können abwarten, sollen aber bei starken Blutungen, Übelkeit oder Fieber sofort ins KH fahren.
Ich bin dankbar, dass sie mir nichts von dem Quatsch erzählt, mit dem viele Ärzte den Sternchen-Mamas erst einmal Angst machen… und vor allem, dass nichts sofort passieren muss.
Unser Baby ist seit ca. 3-4 Wochen nicht mehr am Leben bzw. bildet sich zurück und trotzdem ist keine Eile geboten.
Sie sagt, eine Woche können wir auf jeden Fall noch warten…

Ich spreche lange mit meinem Freund…
Wir wägen die Risiken ab, sind unsicher, ob das jetzt, bei der Menge an Schleimhaut auch noch so einfach geht, möchten aber aus verschiedenen Gründen eine Ausschabung vermeiden und beschließen, erst einmal abzuwarten…

 

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Mein Kreislauf lässt mich heute mehrfach hängen, mir ist ständig übel (hatte ich die ganze Ss über nicht) und gegen mittag kommen auch noch Durchfall und Frösteln dazu.
Ich bin allein daheim, hatte Angst, dass irgendwas passiert und fahre sicherheitshalber in ein Krankenhaus.
Zuviele Berichte und „schlaue Ratschläge“ hatten mich nun doch verunsichert.
Bis ich dort dran komme, ist es dann etwas besser.

Ich erkläre der Ärztin alles, sie schallt noch mal und bestätigt die Diagnose Missed Abortion. Der Embryo ist statt 11+2 nur bei ca. 6+2, kein Herzschlag mehr. Unser Erbsenkind entwickelt sich also zurück…

Sie überlässt mir die Wahl, ob ich
a) zur Ausschabung im Krankenhaus bleiben
b) einfach weiter warten oder
c) ein Medikament zur Einleitung mit heim nehmen möchte.

 

Ich entscheide mich für das Medikament, weil ich hoffe, die Fehlgeburt dann aufs Wochenende legen zu können, weil da mein Partner zuhause ist und im Notfall reagieren könnte. Freitag, Samstag und Sonntag soll ich morgens und abends zwei Cytotec 200 oral einnehmen.

Sie sagt auch, dass wir bei Unsicherheiten jederzeit anrufen oder vorbei kommen dürfen und die kleine Geburt auch begleitet in diesem Krankenhaus weiter erleben oder auf Wunsch auch abbrechen können.
Das und die lieben, ermutigenden Worte meiner Doula beruhigen mich enorm.

 

Freitag, 8. Dezember 2017

Freitag früh bestelle ich die Tabletten in der Apotheke und kann sie mittags abholen.
Außerdem decke ich mich in der Apotheke mit Kräuterblut, Buscopan Plus, Korodin und Traubenzucker ein.
Zuhause stellte ich mir eine Flasche Wasser mit etwas Salz, Salzstangen und Brühe bereit…. und lege ich ein Küchensieb neben die Toilette, denn wir wollen das Kleine auffangen (und das Sieb danach entsorgen!).

13 Uhr:
Ich nehme die ersten zwei Tabletten und lege mich in die Badewanne.
Vielleicht klingt es albern, aber ich will mich für das Erbsenbaby hübsch machen und das warme Wasser tut mir gut.

Ein Wink des Schicksals? Genau in dem Moment, als ich die Tabletten runter schlucke, lässt es draußen einen irre lauten Donnerschlag mit Blitz und ein heftiger Schneeregensturm zieht auf…
Ich denke sofort an unser Schneeflöckchen, das letzten Dezember von uns schwebte ❄

14 Uhr:
Ich steige aus der Wanne, gehe noch mal auf die Toilette und verfluche den Durchfall…
Im selben Moment fängt die Blutung an, also eine gute Stunde nach Einnahme der Tabletten.
Es ist nur minimal frisches Blut beim Abwischen und dabei soll es vorerst auch bleiben…
Ich ziehe mich an und draußen scheint die wunderschöne Wintersonne… Ich muss lächeln und fühle mich begleitet…

15.30 Uhr
Momentan geht es mir gut, keine Schmerzen, keine Übelkeit, keine Blutung, nur ein leichter Druck auf/in der Gebärmutter.

Mir geht es so gut mit dieser Entscheidung. In einer Stunde kommt mein Schatz und dann fühle ich mich auch sicher, falls doch was passiert, aber im Moment bin ich ganz ruhig, ohne Angst.

Jetzt hoffe ich, dass alles gut geht und wir den kleinen Krümel zuhause gehen lassen können 💛

19 Uhr
Mein Freund ist inzwischen Zuhause und ich nehme, wie von der Ärztin geraten, zwei weitere Cytotec.
Außer dem wenigen Blut vorhin und einem leichten Druck in der Gebärmutter tut sich bisher nämlich nichts.

20 Uhr
Der Druck nimmt zu, auch die Übelkeit kommt immer wieder schubweise und der untere Rücken beginnt zu ziehen, aber alles ist sehr gut auszuhalten.
Wir sehen einen Film und warten weiter…

21.30 Uhr
Es geht los!
Die Kontraktionen der Gebärmutter und das Ziehen im Rücken werden so schlimm, dass ich nicht mehr ruhig sitzen kann.
Dabei wird mir klar, dass das gerade kleine Wehen sind.

Ich habe noch kein Kind bekommen, aber mein Körper sagt mir genau, was ich machen soll, womit ich mich wohl fühle und die Schmerzen nachlassen.

 

Das ist erstaunlich…

Ich setze mich aufrecht auf meine Knie und veratme die Wehen. Auch hier höre ich ganz auf meinen Körper, der mir sagt, wann ich tief ein- und ausatmen soll.

Ich denke kurz daran, eine Tablette zu nehmen, entscheide mich aber dagegen, weil ich Angst habe, den Schmerzverlauf sonst nicht mehr richtig einschätzen zu können. Ausserdem war es immer noch auszuhalten.

Das Ziehen im Rücken ist am unangenehmsten, also biete ich den öfter mal durch.
Ich setze mich mich auf ein zu einem Kreis gerollten Kissen vor die Couch und lehne mich hinten an.
Das Gefühl, irgendwo „drauf“ zu sitzen war unangenehm.
So hatte ich eine gute Position gefunden und wir schauten weiter den Film, während mein Schatz mir seine Hand leicht in den Rücken drückte und ich alle 5 Minuten die Wehen veratmete…

22.30
Ich habe plötzlich das Gefühl, ich muss auf die Toilette.
In der Slipeinlage war frisches, helles Blut. Aha… dann wird es wohl bald los gehen, denke ich mir noch…
und mit dem ersten minimalen Druck kommt erst die komplette Fruchtblase am Stück und sofort die Plazenta hinterher.

Ich rufe laut „Huch!?!“ und springe vor lauter Schreck vom Klo.
Auf dieses glitschige Gefühl war ich nicht gefasst. Das hatte ich vorher nirgends gelesen.

Mein Freund kam schnell gerannt und fragt, ob alles ok ist. Ich schaue ihn an, lache und weine „Ich habe gerade unser „Baby“ bekommen…“

So stehen wir da, ich noch mit herunter gelassener Hose und umarmen uns fest…

Ab diesem Moment habe ich keinerlei Schmerzen oder Krämpfe mehr.
Da es noch etwas blutet und noch drei große Gewebestücken (wie Leber und ca. 5cm lang) abgehen, setze ich mich wieder auf die Toilette, während mein wunderbarer Partner die Fruchthöhle und die Plazenta abspült und beides in eine Schüssel legt.
Ich liebe ihn und schätze sein Dabeisein in diesem Moment so sehr…

0.30
Im Moment kommt nur noch wenig hellrotes Blut. Auch auf der Toilette kam vorhin nur noch wenig frisches Blut hinterher. In etwa so, wie am zweiten Periodentag.

Ich habe einen totalen Endorphinschub, fühle mich glücklich und so unglaublich dankbar, dass ich das alles auf diese Art er-leben darf.
Natürlich sind wir traurig, dass auch unser zweites Glück nicht bleiben konnte, aber seltsamerweise fühlen wir uns im Moment auch sehr glücklich und beseelt. 💫

 

Samstag, 9. Dezember 2017

Die Nacht verlief völlig ruhig.
In der Einlage war heute früh minimal Blut, ich habe keine Schmerzen oder sonstige Beschwerden.

Ich laufe sofort an den Kühlschrank um mir den Krümel noch einmal bei Tageslicht anzuschauen.
Dort schwimmt er, winzig klein, in dieser wunderschönen Fruchtblase als wäre alles in Ordnung.
Ich mache noch ein paar Fotos und lege ihn mit der Plazenta ins Tiefkühlfach.
Vielleicht lassen wir es untersuchen oder beerdigen es schön. Da sind wir uns noch nicht einig…

Ich fühle mich körperlich und seelisch ziemlich gut. Der Endorphinschub hält wohl noch an. Ich bin voller Elan… und überlege, ob ich die weiteren Cytotec überhaupt nehmen muss.

Sicherheitshalber rufe ich noch mal in der Klinik an und die Ärztin rät, alle Tabletten wie verordnet zu nehmen, damit auch wirklich das gesamte Gewebe und Blut abfließen kann.

Also nehme ich die zwei Tabletten für morgens und eine Stunde später ist es vorbei mit Endorphinen und Elan.

Die Krämpfe gehen wieder los. Lange nicht so stark wie die Wehen, aber doch periodenstark. Auch der Durchfall und die Übelkeit sind sofort wieder da.
Den Rest des Samstags verbringe ich auf der Couch und Rede viel mit meinem Schatz über das Erlebte.

Die Blutungen sind minimal, aber die Nebenwirkungen der Tabletten schlauchen mich. Ich fühle mich ausgelaugt, kraftlos und leer…

 

Sonntag, 10. Dezember 2017

Der Sonntag verläuft wie der Samstag.
Ich bin froh, die Tabletten nur noch heute nehmen zu müssen und bleibe auch heute auf dem Sofa liegen.
Die Blutungen sind weiterhin sehr schwach, eher viel heller Schleim mit wenig frischem Blut. Theoretisch hätte mir eine Einlage für den gesamten Tag ausgereicht.
Durchfall, Übelkeit und Krämpfe sind aber ausdauernd und begleiten mich auch heute immer ab Tabletteneinnahme.
Außerdem überkommt mich die Traurigkeit immer wieder in Wellen…

 

Montag, 11. Dezember 2017

In der Nacht habe ich etwas stärker geblutet als die letzten beiden Tag, in etwa wie am ersten starken Tag der Mens.
Trotzdem fühle mich körperlich wohl und da ich ab heute die Tabletten weg lassen kann, bleiben auch die Nebenwirklungen aus.

12.00 Uhr
Ich sitze im Wartezimmer bei meiner Ärztin und warte nervös auf den Ultraschall. Ich hoffe inständig, dass in den letzten drei Tagen alles abging und mir die Ausschabung erspart bleibt.
Die Fruchthöhle habe ich dabei.
Mich interessiert, ob man daran vielleicht erkennen kann, warum unser Sternchen nicht bei uns bleiben konnte.

 

13 Uhr
Alles ist in Ordnung!
Es ist alles vollständig abgegangen und die Gebärmutter bildet sich schon wieder sehr schön zurück.

Ich bin sehr erleichtert und unfassbar stolz, dass wir das allein geschafft haben, dass wir auf mein Bauchgefühl und meinen Körper vertraut haben.

Die Ärztin sagt, die nächste Periode könnte noch mal schmerzhafter und stärker werden als ich das bisher kenne, aber das kenne ich bereits von der letzten FG und weiß, was mich erwartet.
Laut ihr könnten wir auch direkt wieder schwanger werden, wenn wir das möchten.

Die Fruchtblase schickt sie zur Untersuchung ein. Da sie noch so intakt ist, besteht eine gute Chance, dass man die Ursache finden könnte.

 

 

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Ich bin nach wie vor sehr glücklich mit unserer Entscheidung und kann es jeder Frau nur empfehlen.

Ich möchte gar nicht groß auf die Risiken einer Ausschabung eingehen. Für uns waren sie im Vergleich zur kleinen Geburt einfach nur im Notfall zu akzeptieren.

Natürlich kann es auch bei einer kleinen Geburt zu Komplikationen kommen, derer waren wir uns immer bewusst und wären dann natürlich auch in ein KH gefahren, aber wir wollten es auf jeden Fall versuchen und unser kleines Wunder, das wir in Ruhe und Intimität unter uns beiden gezaubert hatten auch genauso gehen lassen 💖
Glücklicherweise ist uns dies geschenkt worden und dafür sind wir mehr als dankbar.

Wir wünschen allen Frauen, die vor dieser Entscheidung oder diesem Weg stehen, ganz viel Mut auf ihr Herz und ihren Bauch zu hören.
Wir sind Frauen, unsere Körper sind zum Gebären gemacht und schaffen das. Man muss ihm nur zuhören und sich selbst vertrauen.

Alles Liebe 💫💖💫

 

 

 

Zum Weiterlesen:

Die natürliche Fehlgeburt: Ablauf und Wissenswertes

Fehlgeburt: Abwarten oder Ausschaben? Diese Möglichkeiten hast du bei einer kleinen Geburt

Kommentare

  1. Mareen

    Wo Schatten ist, ist auch Nicht.

    Ein neues, kleines Wunder hat sich auf den Weg zu uns gemacht 💞

    1. Elisa

      Mareen, ein wunderschöner Bericht und vielen Dank, dass du deine Erfahrungen so offen teilst. Das macht Mut.
      Ich wünsche dir alles Gute und für die neue Schwangerschaft Kraft und Urvertrauen.

    2. Patrice

      Liebe Mareen,
      das freut mich für dich sehr! Und ich hoffe, es geht euch allen gut!
      Wir haben unsere kleine Geburt am 10.06. erlebt, dem Kindergeburtstag von unserem Großen (5). Auch das hat uns gezeigt, wie nah oft Freud und Leid beeinander sind. Dem ging allerdings bei uns eine furchtbare Betreuung meiner Ärztin voraus.
      Beim zweiten Vorsorgetermin in der 11. SSW hat sie festgestellt, dass sich unser Baby nicht weiterentwickelt hat und auch kein Herzschlag (mehr) festzustellen ist. Da wir mega glücklich waren, doch ein 3. Kind zu bekommen, saß der Schock sehr tief und auch ich habe nicht verstanden, was mir da eben mitgeteilt wird. Nach einem kurzen „tut mir leid“ wurde gleich die OP-Anmeldung ausgefüllt. Als ich nach einer Alternative fragte, sagte sie, dass es keine gäbe. So unterschrieb ich unter Schock. Als mein Mann dann gleich von der Arbeit nach Hause ist, haben wir erstmal zusammen geweint und auf meine Hebamme gewartet. Sie klärte uns dann ganz liebevoll über eine stille Geburt auf. Für diese haben wir uns dann auch entschieden und den OP Termin, der nur 2 Tage nach der Diagnose gewesen wäre, abgesagt. Daraufhin hat die Ärztin mich an ein Krankenhaus verwiesen im Falle einer Blutung und eine weitere Behandlung bei ihr in der Praxis abgelehnt.
      Wir haben die Zeit dann genutzt, uns zu verabschieden. Wir haben ein Heidelbeerbäumchen in den Garten gepflanzt, viel gesprochen und den Geburtstag unseres großen Sohnes vorbereitet.
      4 Tage nach der Diagnose fingen dann die Blutungen an und am 2. Tag der Blutung wurde unser Mini-Baby Janu im Garten geboren und ich war so dankbar dafür, es von alleine zur Welt zu bringen, es anfassen und mich verabschieden zu können. Wir haben es dann auch zu zweit beerdigt.
      Uns hat es sehr geholfen, mit Ritualen wie der kleinen Beerdigung und der Namensgebung mit dem plötzlichen Verlust und auch der Trauer besser umzugehen. Und vor allem mir hat die natürliche kleine Geburt geholfen, meinem Körper weiter vertrauen zu können. Ich musste nicht ins Krankenhaus und habe mir auch ein Wochenbett danach genommen. Auch das war sehr hilfreich zum Abschied nehmen.
      Die Ärztin habe ich gewechselt und wir hoffen jetzt auf ein erneutes kleines Wunder.
      Ich wünsche allen, die so ein Erlebnis erfahren müssen ganz viel Kraft und eine einfühlsame Betreuung. Und ich möchte alle dazu ermutigen, sich Zeit zu lassen mit der Entscheidung für oder gegen eine natürliche kleine Geburt. Entscheidet euch für das, was sich für euch richtig bzw. gut anfühlt. So lange es eure Entscheidung ist, wird sie für euch richtig sein!
      Alles Liebe!

  2. Janina

    Hallo,

    Es tut mir so unbeschreiblich leid für euch.
    Habe immer noch Tränen in Augen.
    Ich finde es gut und sehr mutig von dir, dass alles so offen und ehrlich zu erzählen.

    Ich habe im Februar 2017 auch mein Sternenkind zu Hause gehen lassen. Es muss ca. so alt wie deines gewesen sein.
    Wie bei dir, war es mir unvorstellbar es mir im Krankenhaus nehmen zu lassen und ich bin froh, auf diese Weise Abschied genommen zu haben.

    Ich wünsche dir und deinem Partner von Herzen Gottes Segen und alles Gute.

    Ganz liebe Grüße

  3. Katharina

    Danke für diesen ehrlichen Bericht. Meine Erfahrungen sind leider andere, was aber nicht heißt, dass es für euch nicht der richtige Weg war. Ich hatte vor drei Jahren ebenfalls eine Fehlgeburt und wollte es auch auf diese Weise probieren. Am Ende bin ich im Krankenhaus gelandet und wäre fast verblutet. Ich halte mittlerweile auch nicht mehr so viel von dieser Methode davon und muss sagen, dass sich jede die Frage stellen muss, warum man das tut. Allerdings ist jede Frau anders, für manche mag das der richtige Weg sein.
    Geburtshilfe ist generell ein medizinischer Bereich, der, was Schmerzen und deren Behandlung betrifft, ein echtes Stiefkind ist. Auch bei „großen“ Geburten. In keinem Bereich werden Schmerzen so wenig ernst genommen und die Patientin/Gebärende oftmals so schlecht /bevormundend behandelt. Natürlich auch hier nicht immer, aber ich höre immer öfter von Fällen von Gewalt unter der Geburt, wie man es ja auch offiziell nennt.
    Für mich war die Ausschabung ein echter Segen. Ja, wir Frauen sollten auf unser Gefühl hören. Dazu gehört auch, sich nichts beweisen zu müssen.

    1. Mareen

      Es tut mir sehr leid für dich, dass deine Fehlgeburt so ganz anders und dramatisch verlaufen ist, als unsere.

      Uns persönlich ging es nicht darum, uns irgendetwas beweisen zu müssen.
      Für uns war es ein natürlicher und sehr wichtiger Prozess des Abschiednehmens.
      Die Vorstellung, ganz abrupt und ohne Baby aus dem OP aufzuwachen, war für mich einfach zu schrecklich, aber wie du sagst: jede Frau ist anders. Für die einen ist es das Beste, alles so schnell wie möglich hinter sich zu haben. Für die anderen ist genau das der falsche Weg.
      Die Risiken für beide Möglichkeiten sollte man jedoch immer abwägen.

      Alles Gute dir 🙂

  4. Chrissy

    Es ist so traurig deinen Bericht zu lesen und erinnert mich schmerzlich an meine 3 Abgänge. Der letzte war vor 2,5 Wochen und leider sind sogar Zwillinge abgegangen.
    Ich wünsche dir und allen Anderen viel Kraft trotz solcher traurigen Umstände, dass wir unsere Kleinen das näachte Mal nach 9 Monaten kerngesund im Arm halten dürfen.

  5. Stephanie

    R. I. P. kleines Sternenkind 💖. Ich wünsche Euch so sehr, dass Ihr das Wunder einer „großen“ Geburt bald erleben könnt. Eure Sternenkinder bleiben immer bei Euch. Es hat Eure Liebe gespürt, da bin ich mir sicher.

  6. Mareen

    Nachtrag: es wurde tatsächlich eine Ursache gefunden. Unser Baby litt an einer Fehlbildung, mit der es auf keinen Fall überlebensfähig gewesen wäre.

    …und trotzdem wird es immer als unser Kind einen Platz in unseren Herzen und Leben haben 💫

    1. Olivia

      Vielen Dank für deinen Nachtrag. Alles Liebe für dich und euer Sternenbaby <3

  7. Sternchenmama

    Vielen Dank für diesen Bericht! Ich hatte selbst im Oktober eine Fehlgeburt in der 12. SSW, bzw das Baby kam dann in der 14. Wir haben es auch zu Hause bekommen, worüber ich sehr froh und dankbar bin. Ich habe leider sehr viel Blut verloren und es ging mir gar nicht gut, aber trotzdem bin ich froh, den Weg so gegangen zu sein!

    Viele liebe Grüße

    1. Mareen

      Danke Sternchenmama,

      wie schön, dass du es trotzdem zuhause bekommen könntest. Ein kleines Risiko ist ja immer vorhanden, aber eben lange nicht so groß, wie es einem die Ärzte oft suggerieren. Es freut mich, dass es sich, wie für uns, auch für euch richtig angefühlt hat.

      Alles Liebe dir 💖

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