Was wir von Kindern lernen können

Was wir als Erwachsene von Kindern lernen können

 

Es gibt unzählige Sachen, die wir von Kindern lernen können. Sie sind die unverfälschtesten und glücklichsten Menschen auf diesem Planeten.
Aber vielleicht hast du dich auch schon dabei beobachtet, dass du deine Position als Erwachsener unbewusst über (d)ein Kind gestellt hast?
Dass du deinen Fokus darauf legst, was dein Kind noch lernen muss, anstatt auf das, was es gut kann?
Ständig versuchen wir Kindern etwas beizubringen. Doch kannst du es annehmen, auch von (d)einem Kind zu lernen?

In diesen wunderbaren Lektionen sind unsere Kinder die wahren Meister:

 

1. Nichts ist unmöglich!

„Alle dachten das geht nicht, dann kam einer, der wusste es nicht, und hat´s einfach gemacht.“

Kinder denken und träumen groß – geht nicht gibt´s nicht. Astronaut werden? Die ganze Welt entdecken? Den Weltfrieden? Als Kind sind wir davon überzeugt, dass alles möglich ist. Wir denken nicht innerhalb festgelegter Grenzen. Hinter jeder großen Errungenschaft, steht zuerst ein großer Traum. Und ein erster Schritt. Leider verfolgen wir als Erwachsene unsere Träume immer weniger.
Das Leben in der Routine und der Komfortzone hat uns eingeholt.
Fragen wir uns doch einfach mal häufiger: Warum eigentlich nicht?!

 

2. Die Lust am Spielen

Ein Leben ohne Spiel ist ein Leben ohne Lebendigkeit. Leider tun wir als Erwachsene das Spiel allzu oft als nutzlosen Zeitvertreib ab, vielleicht zwar ganz nett, aber eben nicht genug, um etwas zu lernen. Dabei ist Spielen die reinste Form des Lernens! Denn sie entsteht aus uns selbst heraus – ohne Druck, ohne vorgefertigte Methoden serviert zu bekommen, zu konsumieren. Spielen eröffnet neue Möglichkeiten und lässt unser Gehirn zur Hochform auflaufen.

 

3. Ein Auge für die kleinen Dinge

Ein Spinnennetz im Morgentau? Die Bewegungen einer Raupe? Dinge, die Kinder zum Staunen bringen, dafür haben wir als Erwachsene oft den Blick verloren. Weil wir nicht mehr aufmerksam sind, weil wir daran vorbeieilen, weil wir denken, wir kennen schon alles, oder weil wir meinen, wir haben Wichtigeres zu tun.

„Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist
und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen, in irgendeiner Blume,
einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.
Die erwachsenen Menschen, die Geschäfte und Sorgen haben und sich mit lauter Kleinigkeiten quälen,
verlieren allmählich ganz den Blick
für diese Reichtümer, welche die Kinder, wenn sie aufmerksam und gut sind,
bald bemerken und mit dem ganzen Herzen lieben.“

Rainer Maria Rilke

 

4. Jeder Moment ist ein Neubeginn

Kinder tragen alten Ärger nicht für Tage oder Wochen mit sich herum. Sie sind wütend, wenn sie etwas ärgert, sie weinen, wenn sie traurig sind. Und dann ist es vorbei und sie starten wieder frisch, voller Energie und Lebenslust und grämen sich nicht weiter über die Vergangenheit.

 

5. Begeisterungsfähigkeit

Wie oft hast du dich heute schon für etwas begeistert? Wann hast du dich überhaupt das letzte Mal für etwas begeistert? Ein Kind erlebt den Zustand der Begeisterung etwa Zwanzig bis fünfzig Mal am Tag. Und immer wenn wir uns so richtig für etwas begeistern, schüttet unser Gehirn eine Art Dünger für unsere Nervenzellen aus, wodurch es uns leichter fällt zu lernen. Begeisterung ist die neurobiologische Voraussetzung für Erfolg!

 

6. Im Jetzt leben

Kinder suhlen sich gedanklich nicht in der Vergangenheit, noch warten sie auf ein ständiges morgen, das nie eintritt, weil es dann wieder ein neues morgen mit neuen Wünsche gibt.
Kinder leben, sehen, fühlen, denken und handeln in der Gegenwart.
Natürlich ist es ein großer Vorteil von Erwachsenen, dass wir uns Ziele und Richtungen stecken können, in die wir uns weiterentwickeln wollen und damit auch die Zukunft gewissermaßen Planen. Doch wenn wir uns mit unseren Gedanken und unserer Energie nur in Erinnerungen oder Träumen verlieren, verpassen wir den Moment und damit das eigentliche Leben.

 

7. Neugierde statt Vorurteile

Kinder kommen völlig offen und unbelastet von Meinungen und Vorurteilen auf die Welt. Die natürliche Neugierde und Unvoreingenommenheit macht es ihnen leicht, auf andere zuzugehen und die Welt zu erforschen. Wie wäre es, wenn du einmal deine festgefahrenen Meinungen über den Haufen wirfst und statt dessen ganz offen auf neue Situationen und Menschen zugehst?
Wenn dich nicht vorgibst, alles schon zu kennen und zu wissen, sondern schaust was in diesem Moment passiert und Dinge, Menschen und Situationen mit Neugierde hinterfragst – mit einem offenen „warum“?

 

8. Ehrlichkeit und Authentizität

Kindermund tut Wahrheit kund. Kinder kümmern sich nicht darum, was andere von ihnen denken könnten. Sie sind nicht berechnend, sondern sprechen direkt aus ihrem Herz.
Als Erwachsene können wir von Kindern lernen, uns weniger künstlich zu verbiegen und stattdessen Mut zu mehr erfrischender Ehrlichkeit aufzubringen.

 

9. Zufriedenheit mit dem, was man hat

Kinder nehmen sich selbst und ihre Umgebung so an, wie sie sind. Sie denken nicht darüber nach, was ihnen fehlt, sondern sind zufrieden mit dem, was da ist und machen das Beste daraus.
Bis wir anfangen, sie mit anderen zu vergleichen, durch Werbung Wünsche in ihnen wecken, die gar nicht aus dem Kind selbst kommen, und unsere Leistungsgesellschaft sie zu besser, höher, weiter konditioniert.

 

10. Von Herzen lachen

Kinder lachen, weil sie Quatsch machen, weil sie albern sind, weil sie sich lustige Dinge ausdenken, sie lachen, weil es verbindet und sie lachen weil es Spaß macht – einfach so.
„Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene 12 Mal und Tote gar nicht. Sogar der Laie erkennt da eine Tendenz“ sagt der Kabarettist und Mediziner Eckart von Hirschhausen.
Lachen ist Medizin für Körper und Seele – und unsere Kinder machen es uns vor. Wann hast du das letzte Mal so richtig von Herzen gelacht?

 

 

 

 

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