Leserinnenfrage: Wie stellt man eine Plazenta Tinktur her?

Du willst wissen, wie man eine Plazenta Tinktur herstellt? Hier beantworte ich eine Leserinnenfrage für alle Interessierten.

 

„Hallo

Ich habe gerade auf deiner tollen Seite gesurft. Sehr informativ, vielen Dank!

Ich habe eine kurze Frage, dazu habe ich bei dir zum ersten Mal etwas gelesen: den Auszug aus Plazenta teilen mit Alkohol Aufguss – wofür kann ich den Sud verwenden, einfach Schlücke ins Wasser geben? Wie lange hält sich das dann?

Meine Geburt steht kurz bevor – ich hoffe, dass in meinem Krankenhaus die Hebamme für mich Teile abschneidet, z.B. für Globuli.

Ich finde deine Idee mit der Trocknung im Ofen sehr gut, kann man es danach einfach im Zerhäxler zerkleinern?
Wenn ich 3,4 Tage im Krankenhaus bleiben muss, kann es niemand 36 h für mich trocknen im Ofen – könnte es mein Mann auch erst einfrieren und wir trocknen es dann?

Ich habe gehört, nicht alle Teile eignen sich zum Verzehr?

Vielen lieben Dank und Grüße

Anika“

 

 

Liebe Anika und liebe interessierte Leserinnen,

Wenn man seine Plazenta als Heilmittel verwenden möchte, sollte man beachten, dass das Plazentamittel nur so gut sein kann, wie die Plazenta selbst. Dabei zählen die Schwangerschaft und die Geburt zum Zusammenspiel der Wirkung des Plazenta-Heilmittels.

Die Plazenta speichert Stoffe und Hormone, wie zum Beispiel Adrenalin, Endorphine und Sexualhormone, sowie Hydrocortisol.

Der Verlauf der Schwangerschaft und Geburt (durch Stress und damit einer hohen Adrenalinausschüttung), Medikamentenrückstände (z.B. durch Drogen, Narkose- und Schmerzmittel, aber auch Rauchen usw.), die Ernährungsweise in der Schwangerschaft und die allgemeine emotionale Verfassung und Grundstimmung in der Schwangerschaft (mit den damit einhergehenden Hormonen), können daher in der Plazenta gespeichert sein.

Daher ist allgemein nicht jede Plazenta als Heilmittel geeignet und jede Plazenta, die als Heilmittel eingenommen wird, kann auch eine unterschiedliche Wirkung hervorrufen.

Lese dazu auch meinen Artikel Plazenta- zu schade für den Müll? Plazenta als Heilmittel.

 

Was sagt die Wissenschaft zur Einnahme von Plazenta als Heilmittel?

Es gibt kaum wissenschaftliche Untersuchungen und Studien zur Einnahme von Plazenta als Heilmittel und deren Wirkungen. Es handelt sich hauptsächlich um Erfahrungsberichte von Müttern und Hebammen und anderen Personen, die sich mit der Einnahme von Plazenta beschäftigen.

 

 

Wie lässt sich die Plazenta nach der Geburt aufbewahren?

Eine Plazenta stellt nach der Geburt ein Nährboden für Krankheitskeime und Schimmelpilze dar, wenn sie nicht konserviert wird. Im Kühlschrank in einem geeigneten Gefäß (z.B. verschließbare Tupperschüssel oder leerer Eiscreme-Behälter) kannst du deine Plazenta für drei Tage aufheben.

Willst du die Plazenta länger aufheben, wird es nötig sie zu trocknen, einzufrieren, oder eine Tinktur auf Alkoholbasis herzustellen.

Bei der Trocknung im Ofen werden anschließend die zerkleinerten Stückchen vermahlen, gemörsert oder in einem Mixer/ Zerhäxler pulverisiert.

Es ist auch möglich, die Plazenta erst einzugefrieren: die Hormone und viele andere Bestandteile bleiben dabei enthalten, aber zum Beispiel die B-Vitamine zerfallen. Es ist insgesamt also trotzdem eine sehr gute Möglichkeit, die Plazenta aufzubewahren, wenn man sie nicht sofort weiterverarbeiten kann.

 

 

Wie stellt man eine Plazenta Tinktur her?

Es gibt kein festgelegtes Verfahren, folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

 

Möglichkeit 1:

  • Ein mind. Daumennagel großes Stück Plazenta
  • ½ l Alkohol (mind. 40%, z.B. Vodka)
  • ½ l Kochsalzlösung (0,9%)
  • 1 dunkle Glasflasche

 

Wasche das Plazentastück mit der Kochsalzlösung sauber und gebe es in die sterile, dunkle Glasflasche. Gieße den Alkohol auf und verschließe die Flasche mit einem Stück Stoff.
Stelle die Flasche in die Sonne oder Zimmerwärme.
Nach 24 Stunden gieße den gewonnen Auszug ab, filtere ihn durch ein Tuch und fülle ihn in eine sterile Flasche um. Schließe die Flasche fest zu.

 

Möglichkeit 2:

  • Ein Stück Plazenta (Größe je nachdem wie viel Tinktur du herstellen willst, als Beispiel für 1/2 l Tinktur nehmen wir  hier ein bis zwei Daumennagel große Stück Plazenta)
  • 1/4 l destilliertes Wasser
  • 1/4 l Alkohol (mind. 40%, z.B. Vodka)
  • 1 dunkle Flasche

 

Das abgewaschene Stück Plazenta wird in das destillierte Wasser eingelegt und für 4 Stunden an einem sonnigen Platz stehen gelassen.
Das Wasser wird durch einen Kaffeefilter oder ein Stück Stoff filtriert.
Fülle das Wasser nun mit dem Alkohol auf.
In einer dunklen, gut verschließbaren Flasche an einem kühlen Ort aufbewahren.

 

 

Möglichkeit 3:

  • Ein Daumennagel großes Stück Plazenta
  • 1/4 l Alkohol (mind. 40%, z.B. Vodka)
  • 1 dunkle Glasflasche

 

Das Stück Plazenta wird in einem sterilen Glasgefäß in den Alkohol eingelegt und 6 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt. Danach wird der Auszug durch ein Stück Stoff oder einen Kaffeefilter gefiltert und in einer sterilen, dunklen Glasflasche aufbewahrt.

 

Einnahme und Haltbarkeit der Plazenta Tinktur

Die Tinktur ist unbegrenzt haltbar. Zur Einnahme werden 5 – 10 Tropfen in ein Glas Wasser gegeben und getrunken. Die Tinktur eignet sich durch den Alkoholgehalt nicht für Kinder.

 

Wirkung der Plazenta Tinktur

Wie oben beschrieben, ist die Wirkung der Plazenta abhängig von verschiedenen Faktoren.
Allgemein hat aber eine Plazenta Tinktur die gleichen Einsaztgebiete wie andere Heilmittel aus Plazenta (Globuli, Pulver…):

– Zur Stärkung der Körperabwehr  und des Immunsystems,
– Regulierung der Milchproduktion,
– Zum Ausgleich des Hormonsystem (Regelbeschwerden, Menopause, Klimakterium …)
– Zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung in stressigen Zeiten.

Genaueres kannst du nochmal hier nachlesen.

 

Eignen sich alle Teile der Plazenta zur Verwendung als Heilmittel?

Für die Herstellung einer Tinktur kannst du jeden Teil von der Plazenta verwenden. Wenn du z.B. Globuli herstellen lassen willst, wird das Gewebestück von der fetalen (kindlichen) Seite der Plazenta, also aus der sogenannten Chorionplatte – und zwar in der Nähe des Nabelschnuransatzes – entnommen.

 

 

 

Nützliches für die Herstellung deiner Tinktur

 

    

 

 

 

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