Windeldermatitis und wunder Po: die 10 besten Tipps gegen Wundsein

Ursachen für einen wunden Po und Windeldermatitis

Feuchtigkeit ist die Hauptursache für einen wunden Po.

Die Haut im Windelbereich kommt ständig in Kontakt mit Urin und Stuhl. In dieser Feuchtigkeit weicht die Haut auf und wird durchlässiger für Reizstoffe wie z.B. Ammoniak im Urin. Dadurch wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut angegriffen. Diese Reizung wird durch die Reibung zwischen Haut und Windel oder innerhalb der Hautfalten zusätzlich gefördert. Auch die Wärme im Windelbereich begünstigt das Wundsein, denn je wärmer die Haut wird, umso höher steigt ihr Wassergehalt und umso empfindlicher wird sie. Eine wunde Haut ist auch empfänglicher für einen Bakterienbefall oder eine Pilzinfektion (Windelsoor).

Ausgepräges Wundsein im Windelbereich wird auch als Windeldermatitis (Windelausschlag) bezeichnet. Anzeichen sind eine gerötete bis nässende Haut häufig verbunden mit Pickeln, Bläschen, Schwellungen und Schuppen.

 

Was tun? Behandlung bei wundem Po und Windeldermatitis

  1. Den Po nicht mit Wasser, sondern mit Öl und Watte reinigen. Wasser weicht die angegriffene Haut weiter auf und kann an den wunden Stellen brennen. Als Öl eignet sich am besten ein normales Pflanzenöl, z.B. Olivenöl, Sonneblumenöl oder Mandelöl.
  2. Häufiges Windelwechseln, etwa alle 2 Stunden und mindestens nach jedem Stuhlgang.
  3. Viel Luft an den Po lassen. Die beste und schnellste Wirkung haben halbstündige Luftbäder. Dazu das Kind oben bekleidet und Po frei (Babylegs/ Stulpen können in der kälteren Jahreszeit sehr nützlich sein) unter die Wärmelampe oder bei warmen Wetter hinter die Fensterscheibe bzw. ins Freie legen. Wird die Unterlage nass, so sollte diese gewechselt werden. Du kannst beinahe zusehen, wie die Rötung nachlässt.
  4. Auftragen von Muttermilch (enthält pflegende Fette und Immunglobuline) auf die gereizten Stellen. Erst wenn die Milch angetrocknet ist wieder eine Windel anziehen.
  5. Heilwolle in die Windel legen, das dient der besseren Belüftung und Abheilung der Haut.
  6. Wechsel auf eine andere Windelmarke oder Stoffwindeln erwägen. Natürlich wäre auch (Teilzeit-) Windelfrei hilfreich.
  7. Keine Feuchttücher, parfümierte Cremes und Öle oder Babypuder verwenden
  8. Sitzbäder 1 bis 2 mal täglich in Eichenrinde, schwarzem Tee oder Wundheilungsbädern (aus Kamille, Lavendel, Rose) durchführen. Das Wasser sollte handwarm sein. Statt einem Sitzbad kann man auch mit den o.g. Zusätzen den Po abwaschen, was jedoch nicht so intensiv wirkt.
  9. Heilsalben (z.B. Ringelblumensalbe, Beinwellsalbe, Rosensalbe) zur Verstärkung der Schutzbarriere nach dem Luftbad sparsam auftragen.
  10. Bei starkem Wundsein Heilerde als Auflage auf den Po geben und gut trocken lassen.

Bei einem zusätzlichen Pilz- oder Bakterienbefall ist eine entsprechende antimykotische bzw. antibiotische Behandlung notwendig.

 

 

Wunder Po durch ungeeignete Windeln?

In vielen Wegwerfwindeln befinden sich chemische Inhaltsstoffe, die die Haut angreifen, z.B. Bleichmittelrückstände, Formaldehyd, Weichmacher, Parfüme und Farbstoffe. Auch die saugstarken Absorbergels in den Windeln können das Wundsein begünstigen, denn während sie Körperflüssigkeiten aufnehmen (absorbieren), erwärmen sie sich. Durch die Temperaturerhöhung nimmt die Haut mehr Wasser auf und wird anfälliger für Pilze und Bakterien, die sich in der Wärme gut vermehren.

  • Wenn du mit Wegwerfwindel wickelst: bei häufigem Wundsein oder Pilzbefall probiere eine andere Windelmarke oder steige vorübergehend auf Stoffwindeln um. Möglichst zusätzlich mit einer Wollüberhose.
  • Wenn du mit Stoffwindeln wickelst: Probiere andere Überhöschen aus, am besten aus unbehandelter Schafwolle. Verwende ein mildes Waschmittel ohne Parfum oder Aufheller und keinen Weichspüler. Auch ein extra Spülgang reduziert Waschmittelrückstände.
    Wenn alles nichts hilft, steige vorübergehend auf Wegwerfwindeln um.

Natürlich wäre auch (Teilzeit-) Windelfrei hilfreich.

 

Soll ich den Po beim Baby föhnen?

Die meisten Babys genießen den warmen Luftstrom und das eintönige Rauschen eines Föhns.

Das Föhnen von Babys ist jedoch mit Gefahren verbunden: ein unverhofft hoher Urinstrahl kann in den Föhn gelangen. Der Föhn kann explodieren und die glühenden Heizspiralen auf das Baby fallen, auch tödliche Stromschläge sind möglich. Ich empfehle das Föhnen nicht. Wer auf keinen Fall darauf verzichten will, sollte auf jeden Fall  nur in Bauchlage des Kindes föhnen.

Auch solltest du die Zeit auf max. 3-5 Minuten begrenzen und einen Mindestabstand von 40-50 einhalten, da zu starke Wärme die Babyhaut schädigen oder sogar verbrennen kann. Wenn du deinen eigenen Unterarm mit der Innenseite nach oben neben dein Baby legst, merkst du schnell, wenn es zu heiß wird.

 

Soll ich eine Zinksalbe verwenden?

Bei anhaltendem Wundsein über mehrere Tage kann eine Zinksalbe zur schnelleren Wundheilung beitragen. Sie besteht, je nach Hersteller, zu 10-30% aus Zinkoxyd, dazu kommen Magnesiumstearat, gelbes Wachs, Triglyceride, Talkum und Konservierungsmittel wie Phenol.

Zinkoxid wirkt zwar entzündungshemmend und unterdrückt Hautausschläge, es ist aber auch ein Schwermetall, welches über die angegriffene Haut aufgenommen und im Körper gespeichert wird. Darum sollten Zinksalben, wenn überhaupt, nur kurzfristig angewendet werden. Als vorbeugende Maßnahme sind sie ungeeignet.

 

Wundem Po und Windeldermatitis vorbeugen:

  •  Häufiges Windelwechseln. Hatte dein Baby Stuhlgang, sollte die Windel sofort gewechselt werden.
  • Wenn du merkst, wann dein Baby sein großes Geschäft macht, biete ihm die Gelegenheit an es abzuhalten, z.B. über dem Waschbecken, dem Klo oder einem kleinen Gefäß. Natürlich vorher die Windel ausziehen oder (teilweise) ganz darauf verzichten.
  • Verwende die richtige Windelgröße: Windeln sollten nicht ganz eng anliegen.
  • Reinige den Po nach jedem Windelwechsel mit lauwarmem Wasser.
  • Creme den gesunden Po nicht vorsorglich bei jedem Wickeln ein (z.B. nur vor dem Schlafengehen) und verwende keine zinkhaltigen Salben vorbeugend. Massiere stattdessen lieber den Po mit einem Pflanzenöl wie Mandelöl, Ringelblumenöl oder Olivenöl.
  • lass dein Baby mehrmals am Tag kurz ohne Windel sein: unter der Wärmelampe oder in einem warmen Raum.

 

 

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