Wunderwerk Nabelschnur: 7 Fakten rund um die Nabelschnur, die dich zum Staunen bringen werden

Die Nabelschnur verbindet das ungeborene Baby durch eine Öffnung im Bauch mit der Plazenta und versorgt es mit allem, was es benötigt. Es ist eine einzigartige Verbindung, die Wachstum und Leben ermöglicht, ohne dass das Baby dafür etwas zu tun braucht.

 

1. Die legendäre Substanz der Nabelschnur

Eine Nabelschnur ist ein bewundernswertes Meisterwerk der Natur. Ihre besondere Substanz, die sogenannte Whartonsche Sulze, ein gelatineartiger Glibber, schützt die wichtigen Blutgefäße im Innern der Nabelschnur vor Druck, Stauchung und Abknickungen. Dies ist besonders der in ihr enthaltenen Hyaluronsäure zu verdanken, die durch ihre Fähigkeit Wasser zu speichern, für eine feste, aber gleichzeitig flexible Pufferschicht sorgt.
Der legendäre Wirkstoff der Hyaluronsäure ist auch in der Kosmetik sehr beliebt.

 

2. Die Nabelschnur – das Versorgungssystem der Spitzenklasse im Mutterleib

Die Nabelschnur versorgt dein Baby mit allem, was es benötigt, ohne dass es dafür atmen oder schlucken muss. Eine Vene transportiert frisches Blut mit Sauerstoff und Nährstoffen von dir zu deinem Baby. Die beiden Arterien bringen das verbrauchte, sauerstoffarme Blut mitsamt seinen Abfallprodukten von deinem Baby wieder zurück zur Plazenta und in deinen Blutkreislauf.

Von diesem Versorgungssystem profitiert das Baby auch noch in seinen ersten Lebensminuten, weswegen es wichtig ist, die Nabelschnur erst später zu durchtrennen. Mehr über die Vorteile des späten Durchtrennens der Nabelschnur erfährst du hier.

 

nabelschnur arterien und vene

Eine glückliche Nabelschnur: hier siehst du die beiden Arterien (oben) und die Vene (unten), die dein Baby unermüdlich bestens versorgen.

 

 

Bildquelle: Ed Uthman, flickr

 

 

3. Deine Gesundheit beeinflusst die Gesundheit der Nabelschnur

Die Plazenta und damit die mit ihr verbundene Nabelschnur reagieren empfindlich auf ihre Umgebung und äußere Einflüsse, wie z.B. eine schlechte Ernährung, Rauchen, anhaltenden hohen Stress, Über – oder Untergewicht, oder die Versorgung mit zu viel oder zu wenig an bestimmten Nährstoffen. Die bekannte Hebamme Robin Lim aus Bali beobachtete einen enormen Anstieg von Missbildungen an Plazenten und Nabelschnüren, die sie der Ernährung mit stark gentechnisch veränderter Nahrung zuschrieb. Weitere Forschungen darüber stehen zwar noch aus, jedoch sollten wir uns daran erinnern, mit unserer täglichen Nahrung und unserem Körper bewusst umzugehen, besonders in der Schwangerschaft.

 

4. Die durchschnittliche Nabelschnur

Nabelschnüre gibt es in einer großen Spannbreite verschiedener Längen. Eine durchschnittliche Nabelschnur bei einem gesunden, reifgeborenen Baby hat eine Länge von 50-60 cm und einen Durchmesser von 1-2 cm.
Durch die Bewegungen des Babys im Mutterleib und den damit verbundenen Zug auf die Nabelschnur, wird das Wachstum der Nabelschnur angeregt. Je weniger Bewegung, desto weniger Wachstum.

 

5. Die Nabelschnur als erstes Spielzeug fürs Baby

Bereits im Mutterleib haben Babys das Bedürfnis ihre Umgebung zu erforschen. Und da ihr eigener Körper und die Nabelschnur die einzig verfügbaren Dinge sind, verbringen Babys eine Menge Zeit damit, mit diesen zu spielen. Und so fühlen und greifen die kleinen Händchen nach der Nabelschnur, drücken sie und halten sich an ihr fest. Auch das Lutschen an der Nabelschnur ist bei kleinen Babys im Mutterleib sehr beliebt.

 

6. Ungefähr ein Drittel aller Babys wird mit der Nabelschnur um den Hals geboren

Häufig hört man spannende Geburtsgeschichten, bei denen das Baby mit einer Nabelschnurumschlingung um den Hals geboren wurde. Das liegt daran, dass dies recht häufig vorkommt! Studien zeigen, dass eines von drei Babys mit der Nabelschnur um den Hals geboren wird. Das ist meistens keine große Sache und gar nicht so gefährlich, wie es auf den ersten Blick scheint weil:
– die Blutgefäße durch die Whartonsche Sulze vor Zug und Druck gut geschützt sind
– das Baby bis zum Erscheinen des Köpfchens weder Nase noch Mund zum Atmen braucht, denn die Sauerstoffversorgung übernimmt die Nabelschnur
– die Nabelschnur mit ihren durchschnittlichen 55 cm lang genug ist, um sie um den Hals gewickelt zu haben und dennoch genug Schnur übrig bleibt.
Die Nabelschnur ist also geradezu dafür ausgestattet, um sie um den Hals zu tragen, ohne Schwierigkeiten zu bekommen.
Mehrere Studien beweisen, dass eine Nabelschnurumschlingung kein Risiko für das Baby während der Schwangerschaft oder der Geburt darstellt.
Bei einer sehr kurzen und/ oder mehrfach straff um den Hals geschlungenen Nabelschnur kann es lediglich zu einer kurzzeitigen Hypoxie (verminderte Sauerstoffzufuhr) kommen, die sich behebt, sobald die Nabelschnur nach der Geburt abgewickelt wird und in Ruhe auspulsieren kann, ohne vorzeitig durchtrennt zu werden.

 

7. Der Bauchnabel ist eine Narbe

Nachdem der Nabelschnurrest des Babys eingetrocknet ist, fällt er schließlich ca. 5-15 Tagen nach der Geburt ab. Die dabei zurückbleibende Narbe ist unser Bauchnabel.

 

 

 

Bildquelle: Monet Nicole

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Arch Gynecol Obstet. 2006 May;274(2):81-3. Epub 2005 Dec 23: Nuchal cord is not associated with adverse perinatal outcome.

Kathmandu Univ Med J (KUMJ). 2007 Jul-Sep;5(3):360-3. Nuchal cord and perinatal outcome.
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Kommentare

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